Archiv des Autors

Wieder eine Segelfliegerin mehr

Zur bestandenen Prüfung zur Segelfluglizenz hat unsere Denise ein schönes Gedicht geschrieben:

Segelfliegen
An meine Segelfluglehrer Martin und Burkhard Wisser

„Hoch am Himmel darf ich schweben,
Grenzenlosigkeit erleben.
Leise summt des Windes Singen,
Über meinen Flugzeugschwingen.

Frei sein, wie die Vögel fliegen,
Luft als Element besiegen.
Thermik suchen, Kreise zieh’n,
Der Erde kurze Zeit entflieh’n.“

Doch wo fängt man an zu reden,
Diese Eindrücke gebühren nicht jeden.
Das werden nur sehr wenige begreifen,
Andre’ fang’ schnell an zu versteifen.

Im Winter ist mit fliegen aber Pause,
Ich blieb trotzdem nicht zu Hause.
Ich meldete mich ganz schnell an,
Und war gleich in der Werkstatt dran.

Der Winter ist schon bald gebrochen,
Ihr habt es mir ja auch versprochen.
Nun ging es los für mich mit fliegen,
Ein Flugzeug vorher nie bestiegen.

Das Seil gestrafft, der Segler bereit,
Von da an begann für mich eine neue Zeit.
Die Schulung lief am laufenden Band,
Es gab den einen oder anderen Sonnenbrand.

Abends heimgekommen und gefragt,
Ist das wirklich wahr, hast du das gewagt?
Ist das denn auch wirklich was für eine Frau?
So oft start’ ich zum Himmel ins strahlende Blau.

Doch das Hobby besteht nicht nur aus fliegen,
Man muss auch die Theorie dazu lieben.
Ohne Vorbelastung viel gelernt und geschrieben,
Es ist nicht immer alles hängengeblieben.

Doch die Prüfung gut bestanden,
Mittlerweile kann ich auch schon landen.
Der Alleinflug war nicht mehr weit,
Mit Distelstrauch standet ihr bereit.

Abends wurde mir der Hintern versohlt,
Der 1. Anstecker auch dazu geholt.
Weiter ging’s mit der Ka8,
Es wurden viele Starts gemacht.

Zur B-Prüfung wurde mir die Aufregung genommen,
Burkhard, Du bist nach 3 Starts einfach auf mich zu gekommen.
Herzlichen Glückwunsch Denise, Du hast es geschafft,
Ich war sehr glücklich, das gab mir viel Kraft.

Mit der C-Prüfung folgte ein Anstecker, mein dritter,
Im Fliegen werd ich immer fitter.
Die Saison ging bald zu Ende,
Die Coronazeit bracht eine Wende.

In der Werkstatt viel zu machen,
Wir hatten trotzdem immer was zu lachen.
Viel hab ich auch da wieder gelernt,
Der Frühling noch eine Ewigkeit entfernt.

Die Theorieprüfung bereitete mir Sorgen,
Einen Fragenkatalog konnte ich besorgen.
Doch Martin, Du weißt noch wie es war,
Das Lernen mit Dir war wunderbar.

Ja wir saßen manchmal auch bis Spät,
Alles drehte sich ums Luftsportgerät.
Doch auch das wurde aufgearbeitet,
Nach Weimar hast Du mich sogar begleitet.

Nach der Prüfung wären noch 18 Monate Zeit,
Für den 50 Kilometer Flug war ich bald bereit.
Nach Laucha wurde ich freitags geschickt,
Das Wetter war stellenweise etwas verzwickt.

Unter mir die dunklen Wälder,
Hügel, Flüsse, gelbe Felder.
Wege, Strassen, hohe Berge,
Leute klein wie Gartenzwerge.

Doch der Flug hat ordentlich Laune gemacht,
In Laucha landete ich direkt neben einer zweiten Ka 8.
Nach dem Abrüsten ging es zurück,
Der Hänger ähnelte einem Ausstellungsstück.

Die Ka 8 mir nun leider wieder entzogen,
Es wurde wieder viel 13 geflogen.
Die Prüfung stand bald vor der Tür,
Ich hab mich vorbereitet dafür.

Und wie man heute hat gesehen,
Die Prüfung ist wirklich zu bestehen.
Ich kann mein Glück noch immer nicht fassen,
Heute Abend klirren ordentlich die Tassen.

Nun hab ich es wirklich geschafft,
Mein Wille bis hierher nie erschlafft.
Nun kann ich nur noch eines machen,
Mich bei euch bedanken für so viele Sachen.

Es war nicht immer leicht mit mir,
Trotzdem stehen wir zusammen hier.
Danke für die viele Geduld, das Wissen, die Zeit, die Konzentration, die Ausdauer, doch vor
allem, Danke das ihr immer für uns alle da seid und so viel möglich macht.

Jetzt reicht es erstmal wie ich finde,
Es wartet auf mich nun die Winde.

Nicole

Perfektes Teamwork im Frauencockpit- Teilnahme an der THM21 im Förderdoppelsitzer

Bereits im letzten Sommer wollten wir, Stefanie Gester vom AC Stuttgart und Nicole Wölfel vom FSV Rudolstadt, an der Thüringer Meisterschaft im Streckensegelflug (THM) teilnehmen. Unser Cockpit-Tandem entstand, als wir uns am Rande der THM 2019 als einander noch völlig unbekannte Pilotinnen zufällig begegneten. Bereits im ersten Gespräch merkten wir, dass wir gut zueinander passen. So entstand die Idee, gemeinsam im Doppelsitzer einen Wettbewerb bestreiten zu wollen.

Gesagt, getan: Dank des Dr. Angelika Machinek Fördervereins Frauensegelflug e. V. hatten wir mit dem Janus C ein passendes Flugzeug verfügbar. Nur leider fiel die THM 2020 pandemiebedingt aus. So nutzten wir die beiden Sommerwochen, um uns mit dem Förderdoppelsitzer vertraut zu machen. Wir erprobten erfolgreich das Teamwork im Cockpit, arbeiteten an unseren Strategien und bereiteten uns auf unseren ersten gemeinsamen Wettbewerb vor. Denn eines war uns klar: Bei der nächsten möglichen THM sind wir dabei!

Glücklicherweise konnte die THM 2021 auf dem Flugplatz Rudolstadt-Groschwitz vom 5. – 15.8.2021 tatsächlich stattfinden. Um optimal präpariert zu sein, wollten wir die Tage vor Wettbewerbsbeginn für einige Trainingsflüge verwenden. Das Wetter meinte es jedoch gar nicht gut mit uns, so dass der Janus C zunächst im Anhänger blieb. Am zweiten Wettkampftag verbesserte sich das Wetter zumindest so weit, das aufgerüstet werden konnte. Tags darauf wurde es meteorologisch wieder ein bisschen optimistischer, allerdings reichte es nicht für einen Wertungstag. Wie einige andere Piloten auch, nutzten wir das kleine Wetterfenster, um endlich aufsteigen zu können. Glücklich und zufrieden glitten wir mit dem Janus C durch die Luft. Hoch motiviert und voller Hoffnung auf besseres Wetter blickten wir auf die vor uns liegenden Wertungstage.

Im Starterfeld von insgesamt 34 Segelflugzeugen traten bis auf uns beide ausschließlich männliche Piloten an. Wir wurden mit dem Janus C in die neun Flugzeuge zählende Große Clubklasse eingeordnet und wollten uns als Frauendoppelteam natürlich behaupten – auch wenn die reine Freude am sicheren Tun und die großartige Gemeinschaft aller Piloten und Helfer immer im Vordergrund stehen. Der Wettergott ermöglichte erst am 8.8. einen ersten Wertungstag. Die meteorologischen Bedingungen gestalteten sich weiterhin schwierig, da – wie an allen kommenden Wettbewerbstagen auch – Abschirmungen die Luftmasse beherrschten. So brachen wir die erste Tagesaufgabe frühzeitig ab, um wieder in Rudolstadt landen zu können.

Am zweiten Wertungstag erreichten wir dann immerhin die beiden Wendepunkte, jedoch lag auf Heimatkurs die prognostizierte Abschirmung, einer thermikverhindernden Zange gleich. Ebenfalls auf dem Weg Richtung Heimathafen befindet sich der Flugplatz Jena-Schöngleina, wo wir bereits von vier weiteren Wettbewerbsmitstreitern erwartet wurden. Per F-Schlepp ging es zurück nach Rudolstadt. Weiterhin höchst motiviert, erreichten wir am dritten Wertungstag den ersten Wendepunkt schnell und flogen flott voran in Richtung zweite Wende. Jedoch war in deren Richtung alles blau und die vorhergesagte Abschirmung zog rasch hinein. Wir brachen neuerlich ab und schafften es glücklicherweise noch zurück nach Rudolstadt.

Nebenbei sei erwähnt, dass an diesem Tag nur ein Pilot unserer Klasse die ausgeschriebene Aufgabe vollenden konnte. Ohne Heimkehrhilfe im schwer abzurüstenden Doppelsitzer flogen wir im Vergleich zu den mehrheitlich motorisierten Mitstreitern grundsätzlich mit etwas weniger Risiko. Dennoch ließen wir uns nicht „hängen“ und wollten es am vierten Wertungstag endlich schaffen. Vom Rande des Thüringer Waldes über die herrlich anzusehenden Saaletalsperren lief bis zur ersten Wende in Auerbach alles ausgezeichnet. Wir sprangen ab ins Erzgebirge und näherten uns entlang des Gebirgskammes unserem zweiten Wendepunkt Jahnsdorf. Die Wettervorhersage stimmte – die thermischen Bedingungen dort waren schlecht. Wir kurbelten uns in einem letzten Bart noch einmal ganz nach oben, um dann schnell den Zylinder Jahnsdorf zu erreichen und über das thermisch weiterhin aktive Erzgebirge den Heimweg antreten zu können. Leider ging unser Plan nicht auf und wir bekamen den Absaugeffekt des Erzgebirges deutlich zu spüren. Die gute Höhe war rasch dahin, keine Wolke zog mehr und letztendlich tat sich eine passende landwirtschaftliche Nutzfläche als Landeacker unter uns auf. Die Menschen in der angrenzenden Ortslage empfingen uns aufs Allerherzlichste. Sie reichten kühle Getränke, wir durften auf ihrer Hollywoodschaukel im privaten Garten Platz nehmen und bekamen frische Eier aus dem hauseigenen Hühnerstall mit auf den Heimweg. Sehr hilfreich war zudem der verfügbare Traktor, um unser „Dickschiff“ durch den sehr weichen Boden an den Feldrand ziehen zu können. Vielen lieben Dank nochmals an die Bewohner von Grüna!

Die Mühe hatte sich gelohnt, denn wir erreichten Platz 2 in der Tageswertung. Am nächsten Morgen rüsteten wir für den letzten Wertungstag wieder auf und befreiten unser Flugzeug vom Feldstaub. Es ging im wahrsten Wortsinn ins Blaue hinein. Nur drei Piloten des gesamten Wettbewerbsfeldes umrundeten an diesem Tag den gesteckten Kurs. Auch wir stellten uns der Herausforderung: Obwohl wir beide keine großen Fans von Blauthermik sind, sammelten wir ein paar Punkte und beschlossen die THM mit einem sehr schönen Flug. Am Abschlussabend nahmen wir glücklich und zufrieden unsere Urkunden zum 6. Platz entgegen und feierten in großer Runde eine rundum gelungene Meisterschaft. Im nächsten Jahr möchten wir gerne wieder teilnehmen und hoffen, vielleicht ein paar mehr Pilotinnen im Starterfeld vorzufinden. Interessentinnen sind herzlich eingeladen, auf https://www.am-foerderverein.de/ vorbeizuschauen oder mit den Autorinnen Kontakt aufzunehmen.

Unser herzlicher Dank gilt dem Dr. Angelika Machinek Förderverein Frauensegelflug e. V. für das Vertrauen und die Verfügbarkeit des Förderflugzeuges. Ebenso danken wir den Ausrichtern der THM 2021 und allen lieben Menschen, die uns geholfen und unterstützt haben.

Stefanie Gester (AC Stuttgart/LSV Greiz)
Nicole Wölfel (FSV Rudolstadt

Nicole

Mal eben zum Mittagessen fliegen

Das hat heute unser Vereinskamerad Denis mit seinem Kumpel gemacht. Vorbei am großen Arber im bayrischen Wald ging es nach Arnbruck. Dort auf dem Flugplatz haben sie lecker Mittag gegessen und sich anschließend auf den Heimflug von ca. 1h20min gemacht.

Nicole

Siegerehrung und Abschlussabend

Die 29. Thüringer Meisterschaft im Streckensegelflug ist nun vorbei. Die Wetterbedingungen waren bekannter Weise nicht so optimal und es gab sehr viele Außenlandungen. Dennoch haben wir alle gemeinsam eine schöne Zeit verbracht und haben für alle 3 Klassen eine Wertung zusammen bekommen.

Die Thüringenmeister sind:

Allgemeine Klasse: Jürgen Kriese
Große Clubklasse: Lutz Vollrath
Kleine Clubklasse: Philipp Assing

Wir sagen Danke an alle Helfer und freuen uns auf die 30. Thüringer Meisterschaft im Streckensegelflug

Nicole

Heute berichten wir aus dem Frauencockpit

Da ich als Öffentlichkeitsarbeitsbeauftragte selbst im Cockpit sitze und auf der eigenen Rückholtour hänge, gibt es heute mal einen Einblick in das Frauencockpit. Stefanie und ich nehmen am Wettbewerb mit dem Förderflugzeug Janus C des Dr. Angelika Machinek Förderverein für Frauensegelflug e.V. Teil. Unsere Aufgabe war heute von Rudolstadt über Auerbach, nach Jahnsdorf und zurück. Bis kurz vor Jahnsdorf sind wir gut voran gekommen. Leider haben wir dort den Absaugeffekt des Erzgebirges zu spüren bekommen, so dass es von dort schwer war, wieder auf das Gebirge und das thermisch gute Gebiet zu kommen. Da uns dies nicht gelang, entschieden wir uns, auf dem Acker unter uns eine Außenlandung durchzuführen. Dies ist für uns Segelflieger völlig normal. Es gab weder Personen- noch Materialschaden und das ist das Wichtigste. Die Menschen aus dem anliegenden Dorf haben uns sehr nett empfangen und uns ein Bier auf ihrer Hollywoodschaukel gereicht. Eine nette Dame gab uns sogar noch sechs frische Eier aus dem hauseigenen Hühnerstall mit. Die Männer kamen mit dem Traktor aufs Feld und haben unser Flugzeug für den Abtranspo
rt schonmal an den Feldrand gezogen. Mit unserer Rückholcrew haben wir den Janus C schnell abgerüstet und im Anhänger verstaut. Jetzt sitzen wir im Auto auf dem Rückweg zum Flugplatz Rudolstadt-Groschwitz. Wir sagen Danke für die hervorragende Unterstützung und Hilfe.

Nicole

Und täglich grüßt die Abschirmung…


Wie jeden Morgen zum Briefing werden kleine Geschenke für die Piloten ausgegeben. Diesmal kam die Bine persönlich vorbei und verteilt ihren Honig. Anschließend verkündet der Wetterfrosch die Tagesaussichten…nach wie vor wird das Wetter von einer Abschirmung beherrscht. Dennoch bleiben wir optimistisch und gehen mit allen Klassen an den Start. Zwischendurch dreht der Wind noch ein paarmal, sodass wir dem Flugsport gerecht werden konnten, indem wir den Startaufbau an das andere Bahnende umräumen ließen. Dann konnte es auch schon losgehen. Alle Klassen sind motiviert abgeflogen, doch leider hat die Abschirmung mal wieder die Thermik kaputt gemacht. Einige Piloten haben die Aufgabe abgebrochen, andere sind auf einem Acker gelandet und weitere haben gezündet.  Die Piloten sagen „so viel Motorlaufzeit hatten wir lange nicht“. Wie immer wirdes morgen thermisch bestimmt besser.
Die Wertung gibt es wie immer hier: https://www.soaringspot.com/de/29-thuringenmeisterschaft-rudolstadt-groschwitz-2021/results

Nicole

Warten und Hoffen auf besseres Wetter

Voller Hoffnung haben wir heute alle 3 Klassen an den Start geräumt. Bei schwierigen Bedingungen haben wir zuerst die allgemeine Klasse hoch geschleppt. Leider ließ das Wetterfenster solange auf sich warten und schien doch nicht so gut zu werden wie erhofft. Sodass wir die kleine und große Clubklasse um 15.30 doch noch neutralisiert haben.

Nicole

Regen, Regen, Regen …

Heute wurde aufgrund des Wetters nicht geflogen. Zwischen dem vielen Regen sind die Piloten mit ihren Helfern wandern gegangen, ins Spaßbad gefahren oder haben die Burgen in der Umgebung besichtigt. Hoffen wir mal auf morgen. 

Nicole

Wertungstag für alle 3 Klassen

Heute gab es einen Wertungstag für alle 3 Klassen. Begonnen haben wir mit der kleinen Clubklasse, direkt hinter her haben wir die allgemeine Klasse hochgezogen und zuletzt die große Clubklasse.  Die herannahende Abschirmungung hat es für viele Piloten schwierig gemacht, sodass ein paar Segelflieger auf dem Acker gelandet sind bzw. auf dem nächsten Flugplatz. 5 Piloten saßen ziemlich zeitgleich in Jena. Mittlerweile sind alle Piloten wieder zurück in Rudolstadt, entweder per Hänger oder Rückschlepp. Die Wertung gibt es wie immer unter https://www.soaringspot.com/de/29-thuringenmeisterschaft-rudolstadt-groschwitz-2021/results zu sehen.

Nicole

Endlich ein Wertungstag

Endlich der erste Wertungstag…zumindest für 2 Klassen. Die kleine Clubklasse wurde aufgrund des Wetters bereits zum Briefing neutralisiert. Die allgemeine und große Klasse hielten Startbereitschaft und trafen sich nochmals zum Feldbriefing. Dann ging es auch schon los. Die Wetterbedingungen waren schwer, sodass es viele Absaufer gab und einige Piloten garnicht erst abgeflogen sind. Dennoch gab es Piloten, welche die Aufgaben abgeflogen sind. Die offizielle Wertung gibt es unter https://www.soaringspot.com/de/29-thuringenmeisterschaft-rudolstadt-groschwitz-2021/results zu sehen.

Nicole