Seminarfacharbeit zum Fluglatz und Geschichte

SEMINARFACHARBEIT

Geschichtlicher Hintergrund und technische Ausr√ľstung des

 Flugplatzes Rudolstadt  Groschwitz mit Einbezug des Umweltschutzes

 

Eingereicht von         Markus Decker, Matthias Heerwagen, Nico Kopitzsch

Eingereicht am           02.10.2014

Seminarfachlehrer     Frau G. Hiltscher

Außenbetreuer           Herr M. Kröckel

INHALTSVERZEICHNIS

 

Seite

 

1                     Einleitung      (Markus)                                                                                 1

 

2¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†Geschichtlicher Hintergrund und technische Ausr√ľstung des Flugplatz

Rudolstadt Groschwitz mit Einbezug des Umweltschutzes                           1

 

2.1 Geschichte ‚Äď Flugplatz Schwarza¬†¬†¬† ¬†(Nico) 1
2.1.1 Entstehung des Flugwesens in Rudolstadt 1
2.1.2 Die Fliegerschule Th√ľringen um 1932 5
2.1.3 Besondere Ereignisse von 1912-1933 auf dem Flugplatz in Schwarza 6
2.1.4 Linienflugverkehr 1926-1931 8
2.2 Geschichte ‚Äď Flugplatz Rudolstadt/Groschwitz 10
2.2.1 Entwicklung des Luftverkehrs von 1954 bis 1995 in Groschwitz 10
2.2.2 Aktuelle Baumaßnahmen und Ereignisse ab 1995 12
2.3 Technische Ausr√ľstung und deren Erl√§uterung¬†¬†¬†¬†¬†¬† ¬†(Markus) 16
2.3.1 Allgemeines 16
2.3.2 Flugzeuge 16
2.3.2.1 Vorhandene Flugzeugmodelle und allgemeine Bemerkungen 16
2.3.2.1.1 Segelflugzeuge 17
2.3.2.1.2 Motorflugzeuge 18
2.3.2.2 Technische Besonderheiten 19
2.3.2.2.1 Bauweisen der Segelflugzeuge 19
2.3.2.2.2 Motortypen und ihre Vor- und Nachteile 20
2.3.3 Methoden zum Starten von Segelflugzeugen 22
2.3.4 Winden des FSV Otto Lilienthal e.V. 24

 2.3.5               Sicherheitsmaßnahmen                                                                                25

 

2.4 Naturschutz   (Matthias) 27
2.4.1 Bedeutung des Naturschutzes 27
2.4.2 Der Flugplatz als Lebensraum 28
2.4.3 Auswirkung des Flugsports auf die Natur 29
2.4.3.1 Durch Segelflieger 29
2.4.3.2 Durch Motorflugzeuge 30
2.4.3.3 Durch den Sportler 31
2.4.4 Luftfahrtrelevante Vogelgebiete 32
2.4.5 Naturschutzgebiete im Landkreis Saalfeld/Rudolstadt 35
3 Fazit   (Markus) 36

 

Anhang Literaturverzeichnis Persönliche Erklärung


A
nhang Literaturverzeichnis Persönliche Erklärung

 

1 Einleitung

 

Das Thema unserer Arbeit bezieht sich auf den Flugplatz Rudolstadt Groschwitz. Es be- leuchtet seinen geschichtlichen Hintergrund, die technische Ausr√ľstung und seine Wechsel- wirkung mit der Natur. Wir werden erl√§utern, wie der Flugplatz als solcher sich entwickelt hat, ob es Ver√§nderungen baulicher oder lokaler Faktoren gab und wenn das der Fall war, was genau sich ver√§ndert hat. Au√üerdem beziehen wir uns, bemessen an dem aktuellen Stand, auf das wichtige technische Equipment und Naturschutzbestimmungen.

Michael Kr√∂ckel, der Vorstandsvorsitzende des ‚FSV Otto Lilienthal e. V.‘, einem Flugs- portverein, welcher sich auf dem Flugplatz befindet und diesen zu gro√üen Teilen benutzt, und das, f√ľr die technische Ausr√ľstung zust√§ndige Vereinsmitglied, Martin Wisser, haben sich bereit erkl√§rt, uns bei dem Projekt, diese Arbeit zu schreiben, mit ihrem Wissen und diversen Vereinsunterlagen zu unterst√ľtzen. Das bietet sich besonders gut an, da Nico Ko- pitzsch als Mitglied unserer Seminarfachgruppe selbst in dem Verein als Segelflugpilot ak- tiv ist und dort auch seinen Segelflugschein absolviert hat.

Das in dieser Arbeit kollektivierte Wissen wird in Form einer Wandzeitung oder eines Pla- kates auf dem Gel√§nde des ‚ FSV Otto Lilienthal e. V.‘ verk√ľrzt und mit Illustrationen aus- gestellt. Somit wollen wir auch au√üenstehenden Personen, G√§sten des Flugplatzes oder in- teressierten Passanten die M√∂glichkeit geben, sich f√ľr dieses Thema und den Flugsport zu begeistern und dar√ľber zu belesen.

 

2 Geschichtlicher Hintergrund und technische Ausr√ľstung des Flugplatzes ¬†Rudolstadt/Groschwitz mit Einbezug des Umweltschutzes

2.1 Geschichte ‚Äď Flugplatz Schwarza

2.1.1 Entstehung des Flugwesens in Rudolstadt

In diesem ersten Kapitel werden einige grundlegende Fakten zum Verständnis dieser Fach- arbeit erläutert. Dabei beziehen sich die Erläuterungen zum Flugwesen in Rudolstadt vor- nehmlich auf den ehemaligen Flugplatz in Schwarza.

Schon lange vor Beginn des 20. Jahrhunderts wurden vereinzelt Fluginteressierte im Bereich der Fliegerei rund um Rudolstadt aktiv. Erste Flugversuche wurden ¬†bereits um 1800 datiert, lange bevor Otto Lilienthal seinen ersten Gleitflug vollbrachte. Ein ehrgeiziger Bauer aus Lichstedt, einer kleinen Gemeinde in unmittelbarer N√§he Rudolstadts, konstru- ierte ein eigenes Gleitflugzeug. Seine M√∂glichkeiten waren jedoch mehr als gering, aus Holz und Bettleinen improvisierte er den Flieger, mit dem er sich vom Keilhauberg in die Tiefe st√ľrzte. √úber die erreichten Weiten dieser ersten Flugversuche ist nichts bekannt, je- doch hat somit unbewusst die Entwicklung der Luftfahrt in Rudolstadt begonnen.1

Entgegen der enthusiastischen Entwicklung folgte fast ein komplettes Jahrhundert ohne do- kumentierte Flugbewegungen. Im Jahre 1895 war es nun soweit, dass Otto Lilienthal, der ein Leben f√ľr die Fliegerei f√ľhrte, seine ersten Gleitfl√ľge im Ort Lichterfelde bei Berlin ab- solvierte. Diese brachten ihn √ľber eine Distanz von 80 bis zu 350 Metern. Sein Traum vom Fliegen kostete ihn jedoch 1896 das Leben. Er wollte die Weiten immer mehr vergr√∂√üern, bis es dazu kam, dass er aus einer H√∂he von 15 Metern mit seinem selbst konstruierten Gleitflugzeug abst√ľrzte.2

Nach dem Tod Otto Lilienthals f√ľhrten einige andere Flugpioniere seine Methode fort und erzielten mehrere Erfolge. Nennenswert ist die Weiterentwicklung von Lilienthals Gleit- flugzeugen durch die Gebr√ľder Wright, welche sp√§ter, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das erste einmotorige Flugzeug in North Carolina in der Ortschaft Kitty Hawk bauten.3

Etwa zeitgleich, genauer gesagt im Jahre 1912, konnte das erste Schaufliegen in Rudolstadt beobachtet werden. Auf der sogenannten ‚Gro√üen Wiese‘ und am angrenzenden Exerzier- platz im heutigen Ortsteil Cumbach zeigte einer der ersten Flugpioniere Th√ľringens, Lud- wig Kammerer,4¬† seinen einwandfreien Umgang mit dem Flugger√§t. Nach diesem pr√§gen- den Erlebnis f√ľr die Rudolst√§dter folgte bereits zwei Jahre darauf der erste Ballonflug √ľber dem Saaletal. Das Interesse der B√ľrger an der Luftfahrt stieg somit stetig an.

Wieder vergingen einige Jahre bis Rudolstadt nach wirtschaftlicher Belebung strebte und somit der Bau eines Flugplatzes geplant wurde.

Durch die Unterst√ľtzung zahlreicher Flugenthusiasten konnte bereits am 28. Juli 1926 der¬†‚Flugplatz Saale-Schwarzatal A.G.‘ in Schwarza in Betrieb genommen werden. Kurz nach

1   vgl. Schneider, E.: Die Beziehungen Rudolstadts zum Flugwesen, S. 246-253

2   vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Lilienthal, 19.03.2014

3   vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCder_Wright, 19.03.2014

4   vgl. Groß, M.: Vor 100 Jahren: Flugtage des Flugpioniers Ludwig Kammerer in Rudolstadt, S.116-121

 

der Eröffnung des Landeplatzes wurde dieser an die Flugverbindungen nach Leipzig, Dres- den, Plauen und Erfurt angebunden. Aufgrund dessen wurde er die folgenden Jahre als Li- nienflugplatz genutzt.

Jedoch unterschied sich die Quantität der Landungen zu heutigen Zahlen enorm. Erst 1927 bis 1928 wurden die dringend benötigten Flugplatzgebäude errichtet. Auch die gewerbliche Nutzung des Flugplatzes wurde durch den Transport von Briefen 1928 begonnen. Es exis- tierten 6 Postflugstrecken, in denen Schwarza entweder als Zwischenlandepunkt oder sogar als Hauptziel und Startpunkt auftauchte.5

Zeitgleich begann der Segelflugsport am ‚Kalm‘ bei Remda, der sp√§ter noch Gegenstand der Betrachtungen werden soll.

Da der Name des Landeplatzes nicht den Vorstellungen der Betreiber entsprach, wurde er¬†1929 in ‚Flugplatz Rudolstadt, Saalfeld, Bad Blankenburg A.G.‘ umbenannt und gleichzei- tig im Handelsregister korrigiert. Schon zwei Jahre danach mussten die Postfl√ľge einge- stellt werden, genauere Gr√ľnde wurden nicht publiziert.6

Die folgenden Jahre waren sehr von der Zeit des Nationalsozialismus gepr√§gt, somit auch von Aufr√ľstung und der Gr√ľndung der Luftwaffe. Entgegen dem Interesse der Rudolst√§dter wurde wegen wirtschaftlicher Notlagen der Linienflugverkehr der ‚Nordbayrischen Ver- kehrsflug GmbH‘ im Jahre 1932 eingestellt.

Der Flugplatz wurde nun nur noch zu milit√§rischen Zwecken genutzt. Die im Jahre 1932 in Rudolstadt/Schwarza gegr√ľndete Fliegerschule war genau genommen nur f√ľr eine kurze Zeit geplant. Das war jedoch nicht die Absicht der Luftwaffe, welche den Flugplatz als Ausbildungsst√§tte f√ľr zuk√ľnftige Kampfflieger nutzte. Unter der Schirmherrschaft des ‚Na- tionalsozialistischen Fliegerkorps‘ und der ‚Flieger-Hitlerjugend‘ konnte der Flugplatz nun auch f√ľr Motor- und Segelflugsport genutzt werden.

Zeitgleich fand die Stationierung zweier ¬†firmeneigener Verkehrsflugzeuge der ‚Th√ľringi- schen Zellwolle A.G.‘ statt. Gr√ľnde f√ľr diese Bereitstellung der Flieger werden nicht ge- nannt.

Im Anfangsjahr des Zweiten Weltkrieges 1939 begann die Ausbildung hiesiger Abiturien- ten zu Milit√§rflieger-Ingenieuren auf dem ‚ÄěFlugplatz Rudolstadt, Saalfeld, Bad Blanken- burg A.G.‚Äú. Die Unterbringung erfolgte im ehemaligen ‚ÄěHotel Schwarzaeck Bad Blanken-

5   vgl. Schautafeln zum Luftverkehr in Schwarza, Vereinsmuseum Flugplatz Groschwitz

6   vgl. Schautafeln zum Luftverkehr in Schwarza, Vereinsmuseum Flugplatz Groschwitz

burg‚Äú. Ebenfalls fand die Ausbildung zu Milit√§r-Flugzeugf√ľhrern der Luftwaffe statt. Da- bei wurde Schwarza lediglich als Au√üenstelle des Milit√§rflugplatzes Nohra/Weimar ver- wendet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der ‚ÄěFlugplatz Rudolstadt, Saalfeld, Bad Blankenburg A.G.‚Äú durch die Besatzungsm√§chte geschlossen, die Flugplatzgeb√§ude wur- den demontiert und der Platz wurde landwirtschaftlich durch Gew√§chsh√§user und Sozialge- b√§ude mit Internat durch das Volkseigene Gut (VEG) Gartenbau genutzt.

An diesem Punkt endet die Geschichte des Flugplatzes in Schwarza.

 

Wie bereits vorn erw√§hnt, fand die getrennte Entwicklung des Segelflugsports in der N√§he von Remda statt. Schon im Jahre 1928, kurz nach der Bl√ľtezeit des Linienflugverkehrs am

‚Flugplatz Rudolstadt, Saalfeld, Bad Blankenburg A.G.‘, wurden vereinzelt Segelflieger am¬†‚Kalm‘ bei Remda und in Blankenhain aktiv.

Nach f√ľnf Jahren des Hangsegelflugs zog 1933 die kleine Gemeinschaft in die R√§umlich- keiten des ‚Flugplatzes Rudolstadt, Saalfeld, Bad Blankenburg A.G.‘ ein. Jedoch mussten sie gro√üe finanzielle Opfer bringen, um ihre Ger√§te in optimalem Zustand zu halten. Diese L√∂sung war nur tempor√§rer Natur und somit siedelten sie 1945 aufgrund einer F√∂rderung des Fliegerclubs wieder zum ‚Kalm‘ in Remda.

Die enormen finanziellen Mittel zur Unterst√ľtzung der verbliebenen Flieger in Rudolstadt konnten nur durch den entstehenden Arbeiter- und Bauernstaat und den VEB Chemiefaser- werk getragen werden. Das bereits genutzte Gel√§nde am ‚Kalm‘ war zum Leidwesen der Motorfluginteressierten nicht f√ľr den Motorflugsport geeignet. Um der bevorstehenden Entwicklung nicht entgegenzuwirken musste eine neue Flugplatzfl√§che gefunden werden. Danach ‚Äěkonnte nur durch viele Aufbaustunden im ‚ÄěNationalen Aufbauwerk‚Äú ein Teil des fr√ľheren Exerzierplatzes in Groschwitz als Flugplatz hergerichtet werden.‚Äú7¬† Dabei wurde eine alte, bereits existierende Scheune als Flugzeughalle genutzt.

Am 15. Juni 1958 war es nun soweit, dass der neue Flugplatz Groschwitz vom Chemiefa- serwerk an den Fliegerclub Rudolstadt zur Inbetriebnahme √ľbergeben wurde.8

7   vgl. Schneider, E.: Die Beziehungen Rudolstadts zum Flugwesen, S. 253

8¬† ¬†Die Ausf√ľhrungen im Abschnitt 1.1 beziehen sich auf die Quelle Schneider, E.: Die Beziehungen

Rudolstadts zum Flugwesen, S. 246-253

 

2.1.2 Die Fliegerschule Th√ľringen um 1932

Eine krisenreiche Zeit begleitete die Anfangsjahre der ersten Fliegerschule am Flugplatz in Schwarza. Bereits vor dem Gr√ľndungsjahr 1932 wurde am 1. September 1931 der Linien- flugverkehr offiziell beendet und somit steuerten die noch enthusiastischen Anh√§nger der Fliegerschule mit dem Beginn des Nationalsozialismus in eine Krisenzeit. Der ebenfalls im Jahre 1931 immer n√§her kommende Ruin und weitere Schulden zwangen die Flugplatzbe- treiber, zwei der angestellten Flugplatzarbeiter zu entlassen. Auch das 1932 gegr√ľndete und neu er√∂ffnete Flughafenrestaurant konnte an dieser Krise nichts √§ndern.9

Aufgrund dessen musste ein neuer Nutzer des Landeplatzes gefunden werden, vorz√ľgli- cherweise eine Fliegerschule. Die gleicherma√üen schlechten fliegerischen Bedingungen des Weimarer Flugplatzes brachte deren Fluglehrer Jo Sch√∂ne und den ans√§ssigen Verein nach Rudolstadt.

Um einen Neuanfang zu starten importierten sie zwei der vereinseigenen Flugzeuge aus Weimar ebenfalls in die Nachbarstadt Rudolstadt. Mit hoher Einsatzbereitschaft Sch√∂nes und der tatkr√§ftigen Unterst√ľtzung des ehemaligen Weimarer Vereins begann der Schulbe- trieb am Flugplatz in Schwarza bereits im Jahre 1932 unter Sch√∂nes Beaufsichtigung.

Ein neuer Name des Flugplatzes war auch im Gespr√§ch. Man einigte sich danach auf den¬†Namen ‚Luftfahrtverein Saale-Schwarzatal-Th√ľringen e.V.‘.

Somit brach eine neue √Ąra des Fliegens in Rudolstadt an und erfreute sich bereits in den Anfangsjahren gro√üer Beliebtheit. Vierzehn Sch√ľler, darunter sechs Chinesen, wurden auf den neuen Motor- und Segelflugzeugen ausgebildet mit dem Hintergedanken, neue Piloten auf den kommenden Krieg vorzubereiten.

Jedoch waren nicht nur gute Schlagzeilen von dem neuen Flugplatzbetreiber zu vermelden. Am 21.07.1932 wurde ein erster Unfall am Landeplatz verzeichnet, welcher bei einem Al- leinflug eines Sch√ľlers aus einer Absturzh√∂he von 60 Metern passierte.

All diese tragischen Ereignisse gipfelten im finanziellen Druck, welcher schon zum Ende des Jahres 1932 √ľberhandnahm, da keine Unterst√ľtzung von st√§dtischer Seite vorhanden war. Abschlie√üend wurde die Arbeit auf dem Flugplatz zum Jahresende 1932 offiziell been- det. Der Platz wurde jedoch trotzdem seit M√§rz 1933 als Stationierungspunkt f√ľr zehn An- gestellte der Schutzstaffel zur √úberwachung verwendet.

9   vgl. Groß, M.: Das Jahr 1933 und der Flugplatz Schwarza, S. 155-161

Im selben Jahr fand eine Neuorientierung auf dem Gebiet der Fliegerei statt und brachte, auch durch die nationalsozialistische Ideologie und durch das Inkrafttreten der Notstands- gesetze am 28.02.1933, neue Gesetzm√§√üigkeiten f√ľr angehende Luftfahrzeugf√ľhrer.10

Die Schwerpunkte der Fliegerei sollten nun auf Ausbildung und Schulung der Jugend lie- gen, jedoch komplett in Zusammenarbeit mit der Hitlerjugend.

Abschlie√üend f√ľr das Jahr 1933 kann behauptet werden, dass massive personelle, struktu- relle und nutzungstechnische √Ąnderungen am Flugplatz vorgenommen wurden.11

 

2.1.3 Besondere Ereignisse von 1912-1933 auf dem Flugplatz in Schwarza

Der Flugplatz in Schwarza war nicht nur √úbungsplatz f√ľr zahlreiche Sch√ľlerstarts, er wur- de ebenfalls durch bemerkenswerte Ereignisse in der Region um Rudolstadt ber√ľhmt. Schon vor der Fertigstellung des Flugplatzes konnten einzelne Flugkunstst√ľcke von den Rudolst√§dtern beobachtet werden.

In dieser Zeit der Luftfahrtgeschichte Deutschlands waren lediglich vereinzelte Flugst√ľtz- punkte im mitteldeutschen Raum verteilt und das fliegerische Zentrum damals war Berlin Johannistal, welches 1909 als zweiter deutscher Flugplatz er√∂ffnet wurde.12

Im Jahre 1911 war es nun soweit, der erste √úberflug eines motorbetriebenen Flugzeuges √ľber Rudolstadt durch den Flugpionier und Flugmotorenkonstrukteur Hellmuth Hirth.13

Diese beachtliche Leistung Hirths ‚Äěsensibilisierte die Menschen in unserer Gegend f√ľr die Fliegerei‚Äú14. Daraufhin wurde am 8. Juni 1911 ein Flugplatz mit Flugfeld bei Weimar ge- gr√ľndet und bekam durch seine Lage den Beinamen ‚ÄěAm Lindenberg‚Äú15.

Im Mai des folgenden Jahres fanden, als fliegerischer Höhepunkt unserer Region, vom 4. bis zum 11. die Flugtage des Flugpioniers Ludwig Kammerer in Schwarza statt. Durch die- se Anfänge war die Luftfahrt in Rudolstadt maßgeblich beeinflusst und wurde auch später noch ein wichtiger Anflugspunkt flughistorischer Ereignisse.16

Ein weiteres bedeutendes Event sollte im Jahre 1928 am Flugplatz in Schwarza verwirk- licht werden, der Ozeanflug. Bereits Anfang des Jahres 1928 wurden besondere Akzente

 

10¬† ¬†vgl. Gro√ü, M.: Die Fliegerschule Th√ľringen auf dem Flugplatz Schwarza im Jahre 1932, S. 155-162

11   vgl. Groß, M.: Das Jahr 1933 und der Flugplatz Schwarza, S. 155-161

12   vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Flugplatz_Johannisthal, 29.06.2014

13   vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Hellmuth_Hirth, 29.06.2014

14   vgl. Groß, M.: Vor 100 Jahren: Flugtage des Flugpioniers Ludwig Kammerer in Rudolstadt, S. 117

15   vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Weimar, 29.06.2014

16   vgl. Groß, M.: Vor 100 Jahren: Flugtage des Flugpioniers Ludwig Kammerer in Rudolstadt, S. 116-121

 

im Thema Luftfahrt in Schwarza gesetzt, ein Beispiel hierf√ľr ist die Bereitstellung eines Flugzeuges mit dem Namen ‚Rudolstadt‘. Die Route sollte von Rudolstadt aus direkt nach New York verlaufen.

Doch diese waghalsige Aktion war vielleicht eine Nummer zu gro√ü f√ľr den kleinen, be- schaulichen Flugplatz in Schwarza, denn bereits im folgenden Monat am 17.05.1928 ver√∂f- fentlichte ein Zeitungsbericht, dass der Ozeanflug nicht stattfinden kann. Wie so oft schei- terte auch diese Aktion an fehlenden finanziellen Mitteln. Denn um die Gesamtkosten von

235.000 Reichsmark zu decken fehlten bis zum 15.05.1928 noch 30.000 Reichsmark, wel- che zur Versicherung der Junkersmaschine, die den Ozean √ľberfliegen sollte, dringend not- wendig waren.

Deshalb wurde der lang geplante Ozeanflug wegen diesen fehlenden 30.000 Reichsmark Mitte des Jahres 1928 abgesagt und das bereits entrichtete Geld von 205.000 Reichsmark an ¬†Rudolstadt ¬†zur√ľckgezahlt.¬† Somit ¬†blieb ¬†der ¬†Stadt ¬†Rudolstadt ¬†und ¬†dem ¬†Flugplatz Schwarza nur die erregte Aufmerksamkeit, welche in Form eines Zeitungsartikels der New Yorker Zeitung gew√ľrdigt wurde. Der endg√ľltige Verlust betrug somit 30.000 Reichsmark. Auch durch dieses, leider nicht vollendete, Event am Flugplatz in Schwarza wurden die Stadt und der Flugplatz ein St√ľck mehr bekannt.17

Ein weiteres fliegerisches Ereignis in Rudolstadt war der Deutschlandflug im Jahre 1933, welcher den Flugplatz in Schwarza als Zwischenstopp beinhaltete. Es sollte sich als das flugsportlich bedeutendste und größte Ereignis des Flugplatzes herausstellen.

Dieses Zeitalter der deutschen Geschichte war gepr√§gt vom Machtbeginn Hitlers und des deutschen Zusammenhaltes. Doch nicht nur politisch sondern auch flugsportlich ver√§nderte Bedingungen wirkten sich auf die Planung dieses bedeutenden Ereignisses aus. Der Haupt- gedanke hinter dem Deutschlandflug war, dass die Leute – besonders die Piloten – ¬†zeigen wollten, dass ihr ‚Kampfgeist‘ fortlebt, die Sicherheit der deutschen Heimat gew√§hrleistet wird und dass ihr nationalsozialistischer Organisations- und Lebenswille gest√§rkt ist.

Ganz traditionsgemäß startete der Deutschlandflug in der Hauptstadt am Flugplatz Berlin Tempelhof. Beteiligt waren 124 Flugzeuge. Am letzten Wettkampftag war ein Zwischen- stopp in Schwarza geplant, welchen 82 Flieger erreichten. Das Ziel des Gemeinschaftsflu- ges lag jedoch wieder in Berlin Tempelhof.

Der damalige Organisator und Flugplatzleiter des Flugplatzes in Schwarza war Hugo Zorn,welcher ab Ende des Jahres 1923 ins berufliche Abseits gedrängt wurde.

17¬† ¬†vgl. Gro√ü, M.: Rudolstadt und die Ozeanfl√ľge im Jahre 1928, S. 116-124

Nach diesem erfolgreichen Zwischenstopp in Schwarza wurde der Platz auch weiterhin von Flugveranstaltungen als Anflugsziel genutzt, so zum Beispiel 1936 zum weniger be- suchten Olympiaflug oder bis 1938 beim alljährlichen Deutschlandflug.18

 

2.1.4 Linienflugverkehr 1926-1931

Die kommerzielle Nutzung von Flugzeugen beginnt schon am Anfang des 20. Jahrhun- derts. Mit Linienflugverkehr oder auch Fluglinienverkehr genannt, ist die öffentliche und regelmäßige Personen- oder Frachtbeförderung durch Luftfahrzeuge auf bestimmten Lini- en gemeint.19 Doch nicht nur in den Hochburgen der sich entwickelnden Flugzeugbranche wurde bereits Linienflugverkehr betrieben. Auch am Flugplatz in Schwarza bildeten sich erste Ansätze der kommenden Steigerung der Flugintensität.

Im ¬†fr√ľhen ¬†industrialisierten Deutschland ¬†wurden ¬†die ¬†euphorischen¬† Entwicklungen¬† der Luftfahrt stark durch den Versailler Vertrag von 1919 gebremst. Dieser schr√§nkte das Flug- wesen exorbitant ein, indem er ein befristetes Flugverbot festlegte. Somit kam es erst in den folgenden Jahren zur Entstehung des Segel- und Motorsportfluges.

Da es sich um ein kurzzeitiges Flugverbot handelte, welches auch den Bau von neuen Luft- fahrtzeugen einschränkte, konnte sich in den Jahren ab 1923 die Verkehrsfliegerei prächtig entwickeln.20

Aufgrund dieser Steigerung der Luftfahrtintensit√§t etablierten sich zwei gro√üe, zentrale Fluggesellschaften: der ‚Deutsche Aero Lloyd‘ (DAL) und die ‚Junkers Luftverkehrs- AG‘ (JLAG). Beide wurden durch Subventionen gef√∂rdert und kontrollierten somit den Markt der Fluggesellschaften dieser Zeit. Am 6. Januar 1926 kam es nun zur Vereinigung beider Fluggesellschaften und zur Gr√ľndung der ‚Deutschen Luft Hansa‘ (DLH) aus DAL und JLAG. Sie beschr√§nkten sich jedoch zun√§chst auf den Gro√üluftverkehr, welcher sich auf geplanten Flugrouten abwickelte.

Zum Nachteil der Flugpassagiere herrschte ein hoher Flugpreis bei der neuen ‚Deutschen¬†Luft Hansa‘. Aber schon im Jahr darauf 1927 wurde eine Tarifanpassung an das Niveau der¬†‚Deutschen Reichsbahn‘ festgelegt.

18   vgl. Groß, M.: Der Deutschlandflug 1933 Zwischenstopp auf dem Flugplatz Schwarza, S. 172-180

19   vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/linienflugverkehr.html, 05.08.2014

20   vgl. http://www.wer-weiss-was.de/militaerhistorie/versailler-vertrag-und-motorflug, 05.08.2014

 

In Schwarza machte sich dieser Aufschwung nun auch bemerkbar, denn es wurde ein Mes- serschmitt Passagierflugzeug vom Typ ‚M18b‘ zum Lufttransport stationiert. Nun wartete man auf die Genehmigung f√ľr den Transport von Luftpost, welche man am 15.01.1927 of- fiziell bekam. Da es in den Jahren zwischen 1927 und 1930 zum Konflikt zwischen der

‚Deutschen Luft Hansa‘ und der ‚Nordbayrischen Verkehrflug GmbH‘ kam, wurden die L√∂hne 1927 weiter reduziert. Jedoch bezog sich diese K√ľrzung der Tarife lediglich auf die Kurzstrecke. ¬†Auch Passagiere konnten bef√∂rdert werden, ein Flug von Schwarza nach Er- furt war jetzt f√ľr einen Preis von zehn Reichsmark zu bekommen, ein Flug von Schwarza nach Meiningen f√ľr siebzehn Reichsmark und ein Flug von Schwarza nach Schweinfurt f√ľr nur noch 25 Reichsmark.

Dennoch war das Jahr 1927 auch von R√ľckschl√§gen gepr√§gt, denn es kam zu dem einzigs- ten Flugungl√ľck mit Toten, leider wurden genauere Hintergr√ľnde nicht genannt.

Doch auch zwei positive Höhepunkte des Flugbetriebs fanden am 1. Mai und 22. Oktober im Jahr 1929 statt.

Drei Fluglinien flogen den Flugplatz in Schwarza regelmäßig an und beförderten somit ins- gesamt 957 Linienfluggäste jährlich. Letztendlich kam es zu einem plötzlichen Stopp des Linienflugverkehrs durch die Wirtschaftskrise 1930, diese nahm ebenfalls negativen Ein- fluss auf das Flugnetz.

Am 31.08.1931 war es soweit, dass alle Fluglinien mit  Stopp in Schwarza gecancelt wur- den. Damit war das Ende des Verkehrsflugplatzes Schwarza besiegelt, welcher zuvor von sechs Jahren Linienflugverkehr profitieren konnte.

Leider zentralisierten sich die Flugh√§fen zunehmend und gr√∂√üere Flugpl√§tze l√∂sten die kleineren ab. Eine viel gr√∂√üere Nachwirkung hatte dieses Ereignis da nun der Flugplatz, welcher von ‚Äěflugbegeisterten Menschen in einer flugbegeisterten Zeit‚Äú21¬† geschaffen wur- de, zum Erliegen kam und seine Aufgabe verloren hatte.

21   vgl. Groß, M.: Der Linienflugverkehr auf dem Flugplatz Schwarza 1926-1931, S. 235

22   vgl. Groß, M.: Der Linienflugverkehr auf dem Flugplatz Schwarza 1926-1931, S. 228-235

 

2.2 Geschichte ‚Äď Flugplatz Rudolstadt/Groschwitz

2.2.1 Entwicklung des Luftverkehrs von 1954 bis 1995 in Groschwitz

Die √Ąra des Flugplatzes in Schwarza war beendet, die Flugplatzfl√§che wurde den kom- menden Gegebenheiten angepasst und anfangs durch das VEG Gartenbau und seit Beginn der 90er- Jahre vom Landwirtschaftsamt genutzt.

Da die immer noch Flugbegeisterten aus Rudolstadt und Umgebung ein Flugfeld zur Ver- f√ľgung haben wollten, musste ein neues Areal zu Nutzung durch Motor- und Segelflug ge- funden werden. Dieses musste eine wesentliche Voraussetzung erf√ľllen: Es darf keine

‚ÄěEinschr√§nkung durch nat√ľrliche Grenzen‚Äú23 geben, zum Beispiel durch L√§rmschutz. Auch ein bereits genutztes Hangfluggel√§nde am ‚Kalm‘ bei Ehrenstein bot keine Zukunft, da kein Motorflug durchgef√ľhrt werden konnte.

Nach l√§ngerem Suchen wurden die Mitglieder des ehemaligen Hangflugplatzes auf den da- maligen Exerzierplatz der Rudolst√§dter Garnison, einem geeigneten Flugfeld, bei Groschwitz aufmerksam. Dieser wurde seit 1914 als milit√§rischer √úbungsplatz genutzt und verf√ľgte √ľber weitl√§ufige Flure, welche sich f√ľr den Bau eines Flugplatzes eigneten. In An- betracht des niedrigen Grundst√ľckpreises entschloss man sich schnell zum Kauf des Gel√§n- des.

Es folgten 1956 ‚ÄěVerhandlungen zur √úbernahme der Fl√§chen des Volkseigenen Gutes Groschwitz durch den VEB Th√ľringer Kunstfaserwerk‚Äú24. Der ausgehandelte Vertrag zur √úbernahme tritt am 25.05.1957 in Kraft. Somit wurde das Gel√§nde als Segelflugplatz durch die ‚Gesellschaft f√ľr Sport und Technik‘ (GST) zugelassen. Ein Jahr darauf, am

15.06.1958, √ľbergab der ‚VEB Kunstfaserwerk‘ der ‚Gesellschaft f√ľr Sport und Technik‘ den Flugplatz zur Nutzung und die angeh√∂rigen Flugsportler erwarben automatisch eine Mitgliedschaft in der GST.

Doch um nun den Flugplatz zu errichten und in Betrieb zu nehmen, brauchte es tausende Baustunden von Freiwilligen. Die M√ľhe der Mitglieder und der freiwilligen Helfer wurde jedoch belohnt durch den Kauf des Leistungsflugzeuges ‚Meise‘. Das Flugzeug wurde auf den Namen ‚ÄěOtto Lilienthal‚Äú getauft. Ungeachtet dessen konnte aufgrund dieser ambitio-

 

23¬† ¬†vgl. B√ľchner, G.: 50 Jahre Flugplatz Rudolstadt-Groschwitz, S.7

24¬† ¬†vgl. B√ľchner, G.: 50 Jahre Flugplatz Rudolstadt-Groschwitz, S.7

 

nierten Arbeiten ein erster Flugbetrieb in Groschwitz bereits im April 1958 bewerkstelligt werden. Da das Gel√§nde auch f√ľr den Motorflug geeignet war, konnten bereits 1960 die ersten motorbetriebenen Flugzeuge in Groschwitz abheben.

Von diesem Zeitpunkt steigt die Bekanntheit und Wertschätzung des Flugplatzes mit jedem Flugtag weiter an. Allmählich musste man jedoch mit Platzproblemen kämpfen und ent- schloss sich deshalb 1970 zum Bau einer neuen Flugzeughalle.

Diese Platzerweiterung brachte Groschwitz zum Träger der Bezirksmeisterschaften im Streckensegelflug 1970. Auch dieses Ereignis zog weitere Interessenten aus Rudolstadt, Pößneck und Saalfeld zu diesem Flugplatz. Die Mitgliederzahl stieg weiter und man konn- te 1967 auf 80 Segelflieger und 20 Fallschirmspringer blicken, welche den Flugplatz nutz- ten.

Am 7. August 1974 wurde der Flugplatzverein in ‚Otto Lilienthal‘ umbenannt. Kurz darauf wurde ein Ehrenmal f√ľr diesen Luftfahrtpionier auf dem Flugplatzgel√§nde errichtet. All- m√§hlich neigten sich aber die guten Zeiten dem Ende zu und es kam sogar zur Zwangs- schlie√üung des Flugplatzes 1979. Begr√ľndet wurde die Ma√ünahme mit Angst vor Repu- blikflucht, weitere 40 GST-Flugpl√§tze wurden aufgrund dessen geschlossen.

Ab diesem Zeitpunkt wurde der Flugplatz in Groschwitz durch den Agrarflug genutzt. Der ehemalige Fallschirmsprungbetrieb wurde in Jena und Gera konzentriert. Einige Flieger beendeten ihr Hobby sogar vollkommen, da sie keine Perspektive sahen. Erst zur Zeit der Wende 1989 kam der Gedanke √ľber eine Wiederer√∂ffnung auf, jedoch wurde die Flugplatz- fl√§che an einen Forstwirtschaftsbetrieb verkauft und somit durfte weiterhin nur Agrarflug betrieben werden.

1990, nach Ende der genannten Nutzung, kam es zur Gr√ľndung des Flugplatzvereins ‚Otto Lilienthal‘ e.V. Rudolstadt Groschwitz. Nachdem das Flugplatzgel√§nde elf Jahre f√ľr private Nutzungszwecke gesperrt war, beschloss der Kreistag 1991 den Ausbau des Flugplatzes zu einem Verkehrslandeplatz. Die Voraussetzungen f√ľr diesen Nutzungswechsel wurden durch die Mitglieder des Flugsportvereins geschaffen. Somit konnte bereits 1992 die Genehmi- gung zur Nutzung des Gel√§ndes als Verkehrslandeplatz gegeben werden.

Am 23.03.1994 gehörten dem Landkreis 75% des Flugplatzes und dem Verein die restli- chen 25%.

In den folgenden Jahren wechselte die Halterschaft öfters, doch der Sinn des Flugplatzes blieb erhalten. Weitere Entwicklungen ab 1995 werden im nächsten Absatz behandelt.

2.2.2 Aktuelle Baumaßnahmen und Ereignisse ab 1995

Die Euphorie der Rudolst√§dter Flieger √ľber den neuen Verkehrslandeplatz war gro√ü. Zum Gl√ľck des ganzen Vereins blieb diese Freude nicht unbemerkt. Im Sommer 1998 kamen zahlreiche holl√§ndische Segelflugpiloten nach Groschwitz und verbrachten ihr Sommer- lager mit den hiesigen Mitgliedern.

Zeitgleich wurde ein zweiter Verein auf dem Flugplatz in Groschwitz heimisch, die ‚Flie- gerschule Rudolstadt‘. Im Juni 2001 folgte die n√§chste √úberraschung, denn die holl√§ndi- schen Segelflugmeisterschaften oder auch Staatsmeisterschaften genannt, sollten in Groschwitz stattfinden. Insgesamt nahmen 30 Piloten teil. Alle Teilnehmer der Meister- schaften zeigten sich beeindruckt von der au√üerordentlichen Lage des Platzes, den Ther- mikbedingungen und dem weitgehend uneingeschr√§nkten Luftraum in Th√ľringen. Eben- falls als Anerkennung des ehrenamtlichen Betriebs am Flugplatz in Rudolstadt diente der Platz als Austragungsort der 11. Deutschen Meisterschaften im Segelkunstflug.

Ein weiteres Event fand 2005 in Groschwitz statt, der Deutschlandflug. Dieser hat eine lan- ge Tradition in Deutschland, er zählt zu den ältesten Motorflugveranstaltungen und endete auf dem Flugplatz in Groschwitz.26

Auch die Frage des endg√ľltigen Halters des Flugplatzes konnte am 05.04.2005 durch den Kreistag des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt gekl√§rt werden. Die komplette Halterschaft wurde an den Flugsportverein vergeben und am 28.06.2005 durch den Notar, Herrn Wato- ro, amtlich beglaubigt. Somit war es dem Verein und jetzigem Halter m√∂glich, gr√∂√üere Umbauten am Verkehrslandeplatz Groschwitz vorzunehmen.

Der wichtigste Punkt war die Bahnsanierung ab November 2005.

Die Ursache f√ľr die notwendige Sanierung der Landebahn war die Zerst√∂rung der Flugbe- triebsfl√§che im Oktober 2004 durch die planlose Verteilung von Erdaushub auf dem Flug- platz in Vorbereitung auf den Deutschlandflug. Dabei wurde die Segelflugbetriebsfl√§che nicht mehr nutzbar und nachhaltig gesch√§digt. ‚ÄěAb diesem Zeitpunkt war ein sicherer Flugbetrieb bei Startrichtung Ost nicht mehr gew√§hrleistet.‚Äú27 Daraufhin wurde die Landesluftfahrtbeh√∂rde informiert und begutachtete die Situation, entsprechende Meldungen an Piloten wurden in Form von sogenannten ‚ÄěNotices to Airmen‚Äú28¬† (NOTAMs) herausgegeben.

25¬† ¬†vgl. B√ľchner, G.: 50 Jahre Flugplatz Rudolstadt, S. 7-8

26¬† ¬†vgl. B√ľchner, G.: 50 Jahre Flugplatz Rudolstadt-Groschwitz, S. 7-8

 

Da ab August 2005 alle rechtlichen Wege geebnet waren, konnte der Flugsportverein mit den umfangreichen Sanierungen der Bahn beginnen. ‚ÄěDabei wurde der gesamte Bereich an der Startstelle 07 durch gro√üfl√§chige Erdauff√ľllungen, Planierungen und sp√§tere Wiederbe- gr√ľnung umgestaltet.‚Äú29

Diese Arbeiten konnten im Mai 2006 abgeschlossen werden. Jedoch war dieser Teil des Flugplatzes bis zur Ausbildung einer tragf√§higen Rasenfl√§che nicht f√ľr den Segelflug nutz- bar. Schlie√ülich musste der gesamte Platz ab November 2005 aufgrund der Bauma√ünahmen geschlossen werden.

Nach monatelangem Warten auf die Fertigstellung der Arbeiten konnte im Februar 2006 ein weiterer Erfolg erzielt werden. Am Westende des Platzes wurde eine 150 x 250 Meter gro√üe Fl√§che durch Erdauff√ľllung und Bodenverdichtung mit anschlie√üender Wiederbegr√ľ- nung f√ľr den Flugbetrieb hergerichtet.

‚ÄěDie Gefahrensituation bei Anfl√ľgen aus westlicher Richtung war somit gebannt.‚Äú30 Auch der Flugsportverein ‚ÄěOtto Lilienthal‚Äú hat sich ma√ügeblich an den Bauma√ünahmen beteiligt und diese tatkr√§ftig unterst√ľtzt. Damit waren die Sanierungsarbeiten am Flugplatz jedoch noch nicht abgeschlossen.

Als N√§chstes sollte eine Bodensenke im mittleren Platzbereich gef√ľllt werden, der Flugbe- trieb auf der Start- und Landebahn war davon nicht betroffen. Im April konnte man nun endlich gute Nachrichten vom Westende des Platzes empfangen. ‚ÄěDie Arbeiten am Westen- de der Bahn sind jetzt abgeschlossen.‚Äú31

Zeitgleich wurde der gesamte Bereich weiträumig verdichtet, zum Leidwesen der Piloten war ein sicherer Flugbetrieb aber weiterhin nicht gewährleistet. Sogar das Befahren des Platzes wurde untersagt.

Eine weitere Baustelle auf dem Flugplatz sollte nun in Angriff genommen werden, die

 

‚ÄěBegradigung der Flugbetriebsfl√§che in der n√∂rdlichen Platzmitte.‚Äú Diese Bauarbeiten soll- ten bis Ende Juni 2006 weitgehend abgeschlossen sein, damit die Fl√§che eben ist und keine

 

28   vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/NOTAM, 24.09.2014

29   vgl. http://www.fsv-rudolstadt.de/flugplatz/, 16.10.2013

30   vgl. http://www.fsv-rudolstadt.de/flugplatz/, 16.10.2013

 

Gef√§hrdung f√ľr die Th√ľringen Meisterschaft im Segelflug besteht.

Im Juli sind auch diese Arbeiten beendet und der Boden wurde verdichtet. Ein Befahren dieser Fl√§chen war zu diesem Zeitpunkt nicht m√∂glich, stellte aber keine Einschr√§nkung f√ľr die Th√ľringen Meisterschaften dar.

Nachdem nun das Westende begradigt war und die Platzmitte aufgef√ľllt und verdichtet wurde, konnte das √∂stliche Ende des Platzes an den umliegenden Platz angeglichen wer- den. Dabei nutzte man den Erdaushub des Krankenhaus-Neubaus in Rudolstadt.

‚ÄěDie dem Flugplatz √∂stlich vorgelagerte Fl√§che bis zum Gut Groschwitz konnte in das Pro- jekt mit einbezogen werden. Der H√∂henausgleich betrug teilweise bis zu vier Meter, um das Gef√§lle nach S√ľden und Osten auszugleichen und eine ebene Start- und Landefl√§che im Ostteil des Flugplatzes herzustellen.‚Äú32

Damit war die Sanierung fast beendet, es konnte kurzfristig eine ‚ÄěFlugbetriebsfl√§chenver- lagerung nach Westen‚Äú33¬† vorgenommen werden durch den Erdaushub der Tunnelbauma√ü- nahme in Schaala und dem Neubau des Krankenhauses in Rudolstadt. Die Flugbetriebsfl√§- che konnte um ca. 70 Meter nach Westen verl√§ngert werden, eine bereits zum Flugplatz zu- geh√∂rige Fl√§che wurde daf√ľr planiert und aufgef√ľllt. Durch diese Ma√ünahmen konnte der Landebereich sicherer gemacht und gleichzeitig die Schleppstrecke f√ľr Windenstarts er- h√∂ht werden.

Im April 2008 fand die endg√ľltige Begradigung des Flugplatzes statt.

 

Nachdem alle Baumaßnahmen abgeschlossen waren, konnte der neue Flugplatz den Be- trieb wieder aufnehmen.34 (s. Anhang, S. 12, Abb. 18)

Aber nicht nur bautechnisch, sondern auch rechtlich hat sich der Flugplatz weiter entwi- ckelt. Mit der Aufhebung der Beschr√§nkungen durch die Bauma√ünahmen ist der Platz als Verkehrslandeplatz auch f√ľr G√§ste wieder nutzbar. Aufgrund dieser Neuerung ist es dem Verein wieder m√∂glich, G√§ste aus der Region bei seinem allj√§hrlichen Fliegerlager teilha- ben zu lassen. Damit verbunden ist auch die Aktualisierung der Betriebszeiten des Flug- platzes. Am Wochenende von April bis Oktober ist der Flugplatz von zehn bis achtzehn Uhr ge√∂ffnet. Starts oder Landungen sind in der Woche nur nach Anmeldung m√∂glich, wenn ein verantwortlicher Flugleiter des Flugsportvereins ‚Otto Lilienthal‘ e.V. den Flug

 

32   vgl. http://www.fsv-rudolstadt.de/flugplatz/, 16.10.2013

33   vgl. http://www.fsv-rudolstadt.de/flugplatz/, 16.10.2013

34¬† ¬†Die Ausf√ľhrungen im Abschnitt 2.2 beziehen sich auf die Quelle von Roda, C.: http://www.fsv- rudolstadt.de/flugplatz/, 16.10.2013

 

absichert. Ebenfalls wurde im Jahr 2014 der Tower auf dem Flugplatzgel√§nde komplett sa- niert, ¬†damit der Flugplatz auch weiterhin als Verkehrslandeplatz genutzt werden kann. Ein weiteres Bauvorhaben, welches vielleicht erst in den kommenden Jahren verwirklicht wer- den kann, ist der R√ľckbau des ‚Gatters‘ bei der ehemaligen ‚Krawalli-Bar‘, welche aufgrund von Zeitgr√ľnden geschlossen werden musste. Konkrete Pl√§ne zur sp√§teren Nutzung sind noch nicht entschieden.35

Auch dem Luftverkehr in Groschwitz stehen gute Zeiten bevor. Eine Statistik von 2013 √ľber den gewerblichen und nicht gewerblichen Luftverkehr besagte, dass alleine in einem Jahr 285 Motorfl√ľge verzeichnet wurden. Au√üerdem wurden 667 Segelfl√ľge, darunter 276 nicht gewerbliche Schulfl√ľge und 139 Flugzeugschleppstarts auf dem Flugplatz durchge- f√ľhrt.(s. Anhang, S. 1, Abb. 1)

Diese Zahlen sind jedoch nicht mit denen zur Wiedereröffnung 1991 zu vergleichen. Da- mals wurden allein im Jahr 1991 1.819 Starts abgefertigt. Drei Jahre danach waren es schon 4.553 Starts jährlich. Eine Vorhersage aus dieser Zeit sagte aus, dass im Jahr 2015

12.500 Landungen auf dem Flugplatz in Groschwitz denkbar wären.(s. Anhang, S. 2, Abb.

 

2) Leider ist man von dieser Zahl heute noch weit entfernt.

Aber auch die Schulung steht in Groschwitz im Fokus des Vereins. Dabei wird besonders auf die Weiterbildung der Vereinsmitglieder zu Flugleitern Wert gelegt. Der Verein selber hat als gro√ües Ziel die Nachwuchswerbung und Nachwuchsausbildung, um die Mitglieder- zahl nachhaltig steigern zu k√∂nnen. Derzeit sind vier Flugsch√ľler aktiv in die Ausbildung beim Flugsportverein ‚Otto Lilienthal‘ eingebunden. Ziel aller ist es eine Sportpilotenli- zenz, kurz SPL, zu erhalten. Dabei setzt sich der Verein mit gro√üer Hingabe f√ľr seine Nachwuchspiloten ein. Ebenfalls wird speziell f√ľr den Nachwuchs ein sogenanntes Ver- gleichsfliegen organisiert, um das erlangte Praxiswissen der jungen Piloten auf den Pr√ľf- stand zu stellen.

All diese M√∂glichkeiten k√∂nnen den Flugsch√ľlern aber auch den Lizenzpiloten nur gege- ben werden, wenn die Technik des Flugplatzes in einem optimalem Zustand ist.36

35   vgl. Gespräch mit M. Wisser, 25.07.2014

36   vgl. Gespräch mit dem Vereinsvorstand, 25.07.2014

 

2.3 Technische Ausr√ľstung und deren Erl√§uterung

2.3.1 Allgemeines

Im ¬†folgenden Text wird die technische Seite des¬† ‚ÄěFSV Otto Lilienthal¬† e.V.‚Äú genauer dargelegt, da ein Gro√üteil des zum Einsatz kommenden Equipments in Besitz des Vereins ist. Wie auch auf modernen, gro√üen Flugh√§fen, ist auch auf einem vergleichsweise kleinen Flugplatz, wie dem Flugplatz Rudolstadt Groschwitz, die technische Ausr√ľstung ein wichtiger Bestandteil, um eine einwandfreie und sichere Luftfahrt zu erm√∂glichen.

2.3.2 Flugzeuge

Die wichtigste Ausr√ľstung des Flugplatzes Rudolstadt Groschwitz sind nat√ľrlich, wie bei jedem anderen Flugplatz auch, die Flugzeuge. Verglichen mit der Fl√§che des Platzes und der Gr√∂√üe des Vereins besteht eine sehr gro√üe Auswahl verschiedenster Modelle. Diese erf√ľllen alle ihren eigenen Zweck: Von der reinen Schulung der Anf√§nger bis zum Modell f√ľr die fortgeschrittenen und professionellen Piloten. Nat√ľrlich ist m√∂glichst eine optimale Effizienz zu erreichen. Dazu geh√∂ren auch motorisierte Flugzeuge, welche zum Beispiel f√ľr ¬†das Anschleppen der ¬†Segelflugzeuge ben√∂tigt¬† werden. Man ¬†unterscheidet ¬†bei ¬†den Flugzeugen sowohl die Bauweise, und die Anzahl der Personen, die in einem Flugzeug Platz haben als auch die Antriebsart und die Flugeigenschaften. All diese Faktoren sind m√∂glichst genau an den Zweck des Flugzeuges angepasst um eine optimale Effizienz erreichen zu k√∂nnen.

 

2.3.2.1 Vorhandene Flugzeugmodelle und allgemeine Bemerkungen

Die im Verein und damit auf dem Flugplatz vorhandenen Flugzeuge lassen sich grundlegend in zwei Kategorien unterteilen: den Segelflug und den Motorflug. Da der¬†‚ÄěFSV Otto Lilienthal e.V.‚Äú ein Segelflugverein ist, liegt der Fokus auf den nicht motorisierten Flugzeugen (Segelflug), die auch deutlich mehr vorhanden sind. Die motorisierten¬† ¬†Flugzeuge¬† ¬†(Motorflug)¬†¬† erf√ľllen¬† ¬†zum¬† ¬†einenden¬† ¬†Zweck¬† ¬†der¬† ¬†wenigen Rundfl√ľge, die von G√§sten gebucht werden k√∂nnen und zum anderen die ‚ÄěSchlepper‚Äú –¬†Funktion, demnach die Segelflugzeuge in die Luft zu ziehen. Hierf√ľr ist die ‚ÄěPZL ‚Äď 104¬†Wilga‚Äú zust√§ndig. In dem ¬†folgenden Text sind alle in dem Verein vorhandenen Flugzeuge und dazu auch jeweils wenige allgemeine Informationen zu Typ, Bau und Einsatz des jeweiligen Flugzeuges aufgelistet. Die auf dem Flugplatz vorhandene ‚ASG 29E‘ wurde nicht ber√ľcksichtigt, da sich dieses Flugzeug in privatem Eigentum befindet, und somit nur auf dem Flugplatzgel√§nde aufbewahrt wird.

 

2.3.2.1.1 Segelflugzeuge

ASK 13

Die ASK 13 ist ein Segelflugzeug, basierend auf der Gemischtbauweise. Das bedeutet, sie hat ein Skelett, welches komplett aus Holz und ein wenig Metall besteht. Davon sind im Verein zwei vorhanden. In ihr haben zwei Piloten Platz. Deshalb wird die ASK 13 daf√ľr genutzt die Fluganf√§nger zu schulen. Au√üerdem dient sie dem Flugstundensammeln und wird im Laufe der Ausbildung auch f√ľr √úberlandfl√ľge herangezogen.37

(s. Anhang, S. 3, Abb. 3)

ASW 15

Gebaut in der GFK-Bauweise (siehe Seite 19) ist die ASW 15 einer der materiell hochwertigeren Segelflieger des Vereins. Sie besitzt Platz f√ľr einen Piloten und ist nun nicht zuletzt wegen ihres materiellen Wertes auch ein Flugzeug, welches f√ľr die Schulung der fortgeschritteneren Sch√ľler geeignet ist. Es wird aber auch f√ľr Lizenzpiloten hergeholt. F√ľr √úberlandfl√ľge ist dieses Flugzeug ebenfalls geeignet.38 (s. Anhang, S. 3, Abb. 4)

DG 300

Nur f√ľr Lizenzpiloten und Leistungsfl√ľge verwendet ist die ein Sitzplatz gro√üe DG 300 das leistungsf√§higste Segelflugzeug des Vereins. Sie besteht auch aus der GFK-Bauweise und wird f√ľr Wettbewerbe eingesetzt.39 (s. Anhang, S. 4, Abb. 5)

37   vgl. http://www.fsv-rudolstadt.de/technik/segelflug/ask-13/, 05.09.2014

38   vgl. http://www.fsv-rudolstadt.de/asw-15/, 05.09.2014

39   vgl. http://www.fsv-rudolstadt.de/dg-300/, 05.09.2014

 

PUCHACZ (Eule)

Auch f√ľr die fortgeschrittene Schulung und f√ľr G√§stefl√ľge eingesetzt wird die doppelt besetzte PUCHACZ, oder auch ‚Eule‘ genannt. Sie ist in GFK-Bauweise gebaut.40

(s. Anhang, S. 4, Abb. 6)

K 8B

Anders als die ASK 13 hat die K 8 nur einen Sitzplatz, weswegen sie nicht zur Anf√§ngerschulung geeignet ist. Sie wird statt dessen f√ľr den sp√§teren Ausbildungsverlauf genutzt. Sie ist gebaut basierend auf einer Holzbauweise und wird auch wie die ASK 13 zum ¬†Flugstunden ¬†sammeln ¬†und ¬†f√ľr ¬†√úberlandfl√ľge¬† eingesetzt, ¬†allerdings ¬†im fortgeschrittenen Ausbildungsstadium.41 (s. Anhang, S. 5, Abb. 7)

 

2.3.2.1.2 Motorflugzeuge

Zlin 42 M

Der Verein ist im Besitz einer Zlin 42 M, einem tschechischen Sportflugzeug mit zwei Sitzpl√§tzen. Genutzt wird es unter anderem f√ľr Sportfl√ľge und Schulung. Sie wird von einem ¬†Propeller ¬†angetrieben.42 (s. Anhang, S. 5, Abb. 8)

SF 25 C

Die SF 25 C ist ein motorisiertes Segelflugzeug mit zwei Sitzpl√§tzen. Durch ihre Bauweise ist sie in der Lage, auch ohne laufenden Motor eine gewisse Reichweite, welche nat√ľrlich wesentlich geringer als bei konventionellen Segelflugzeugen ausf√§llt, zu gleiten. Sie wird, basierend auf ihrer Reichweite von etwa 600km, vorrangig f√ľr Schulungen, G√§stefl√ľge und auch ¬†Reisefl√ľge ¬†eingesetzt.43¬†¬† ¬†(s. ¬†Anhang, ¬†S. ¬†6, ¬†Abb. ¬†9)

40   vgl. http://www.fsv-rudolstadt.de/puchacz/, 05.09.2014

41   vgl. http://www.fsv-rudolstadt.de/ka-8b/, 06.09.2014

42   vgl. http://www.fsv-rudolstadt.de/zlin-42/, 06.09.2014

43   vgl. http://www.fsv-rudolstadt.de/bergfalke-sf25-c/, 06.09.2014

 

PZL-104 Wilga

Verwendet wird die PZL-104 in dem Verein haupts√§chlich f√ľr zwei Aufgaben. Zum Einen f√ľr das Anschleppen der Segelflugzeuge und zum Anderen f√ľr G√§stefl√ľge, welche man buchen ¬†kann. Angetrieben wird die¬† ¬†PZL-104 von einem ‚Iwtschenko AI-14R‘, ein 9

Zylinder Motor in Sternbauweise. Der Motor leistet 258 PS und ermöglicht damit eine Höchstgeschwindigkeit von  210 km/h. Auf  die Vor- und Nachteile der  verschiedenen Zylinderanordnung bei Motoren werde ich im Verlauf der Arbeit noch einmal eingehen.44 (s. Anhang, S. 6, Abb. 10)

 

2.3.2.2 Technische Besonderheiten

2.3.2.2.1 Bauweisen der Segelflugzeuge

Holz-Bauweise

Die Holzbauweise ist die √§lteste Bauweise, mit der auch die ersten Segelflugzeuge gebaut wurden. Sie ist wenig spektakul√§r. Der Name verr√§t schon alles wichtige: Diese Flugzeuge haben vollst√§ndig aus Holz konstruierte R√ľmpfe und Tragfl√§chen. Die Rumpfkonstruktion wird mit Stoff bespannt um eine aerodynamische Oberfl√§che zu schaffen. In dem Verein selbst gibt es kein Flugzeug mit einer reinen Holzkonstruktion. Die hier vorhandene ‚K 8 B‘ und die ‚ASK 13‘ haben beide, da Stahl wesentlich stabiler als Holz ist, einen Rumpf aus Stahlrohren und mit Holz beplankte Tragfl√§chen (Gemischtbauweise).45

 

GFK-Bauweise

‚GFK‘,¬† eine Abk√ľrzung f√ľr ¬†Glasfaserverst√§rkter Kunststoff, ist ¬†einfach ¬†betrachtet ¬†eine Verbindung aus Glasfasern und Kunststoffen, also ein ‚ÄěFaser-Kunststoff-Verbund‚Äú. GFK hat den Vorteil, dass durch den Einsatz im richtigen Anwendungsbereich und die damit optimal eingesetzten Eigenschaften ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verh√§ltnis erreicht wird, denn es ist ein vergleichsweise sehr g√ľnstiger Stoff mit hoher Quallit√§t. Nat√ľrlich gibt es

44   vgl. http://www.fsv-rudolstadt.de/wilga-35/, 06.09.2014

45   vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeugbau#Holzbauweise, 06.09.2014

dieses Material nicht seit Beginn des Segelfluges, weshalb etwas √§ltere Modelle, wie zum Beispiel die ‚Ka 6’46, die aber durchaus mit aktuellen Modellen mithalten k√∂nnen, teilweise noch vollst√§ndig oder zu gewissen Teilen aus Holz konstruiert sind. Sp√§ter haben dann Stahlrohre diese Bauweise √ľbernommen, zu sehen an der ‚ÄěK 8 B‚Äú und der ‚ÄěASK 13‚Äú47

 

Gemischtbauweise

Bei der Gemischtbauweise handelt es sich um eine Verbindung der Holzbauweise mit einer Metallrohrkonstruktion. Hierbei ¬†wird ¬†zumeist ¬†der ¬†Rumpf ¬†aus ¬†Stahlrohren¬† konstruiert, w√§hrend die Tragfl√§chen mit Holz beplankt und anschlie√üend mit Stoff bespannt werden. Die hier vorhandene ‚ÄěK 8 B‚Äú und die ‚ÄěASK 13‚Äú haben beide einen Rumpf aus Stahlrohren, und mit Holz beplankte Tragfl√§chen.

 

2.3.2.2.2 Motortypen und ihre Vor- und Nachteile

 

Die Motorflugzeuge in dem Verein unterscheiden sich vor allem auch durch ihre unterschiedlichen Motortypen. Im folgenden Abschnitt m√∂chte ich zus√§tzlich erkl√§ren, was der, optisch sehr markante, Unterschied dieser Typen ist und warum √ľberhaupt unterschiedliche Motoren entwickelt wurden. Es ist von N√∂ten, sich dieser Unterschiede bei ¬†den ¬†auf ¬†dem ¬†Flugplatz ¬†existierenden ¬†Flugzeugen ¬†bewusst¬† zu ¬†werden¬† um ¬†diese verstehen zu k√∂nnen, da sie doch sehr gro√üe Differenzen hervorbringen.

 

Reihenmotor

Bei einem Reihenmotor (s. Anhang, S. 7, Abb. 11) sind die Zylinder, wie der Name schon verrät, in einer Reihe angeordnet, wobei die Kurbelwelle in Fahrtrichtung zeigt und senkrecht mit dem Rotor verbunden ist. Die Fläche, die dem Gegenwind Widerstand leistet ist somit vergleichsweise gering, da mit einem Reihenmotor ein sehr spitz zulaufender Bug möglich ist. Dies  verbessert die aerodynamischen Eigenschaften des Flugzeugrumpfes

 

46   vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Schleicher_Ka_6, 06.09.2014

47   vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Glasfaserverst

%C3%A4rkter_Kunststoff#Eigenschaften_und_Anwendungsgebiete, 29.08.2014

48   vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeugbau#Gemischtbauweise, 05.09.2014

erheblich. Da ein Reihenmotor aber auf Grund seiner Konstruktionsweise sehr weit in den Motorraum ragt, muss die k√ľhle Luft des Fahrwindes erst an allen Zylindern vorbei, wobei sie die W√§rme des vorherigen Zylinders beh√§lt und sich somit immer weiter aufheizt. ¬†Das kann eine ungleichm√§√üige K√ľhlung der einzelnen Zylinder zur Folge haben. Ein Reihenmotor generiert au√üerdem teils erhebliche Vibrationen, da durch die Anordnung der Zylinder deren Bewegung nicht sehr gut kompensiert werden kann. Das f√ľhrt zu einer geringeren Lebensdauer der Bauteile und des Rumpfes.

 

Sternmotor und Reihenmotor im Vergleich

Der ¬†Sternmotor¬† (s. ¬†Anhang, ¬†S. ¬†7, ¬†Abb. ¬†12) ¬†hatte ¬†zur ¬†Zeit ¬†seines Aufkommens ¬†einige wesentliche Vorteile im Flugzeugbau im Gegensatz zu dem normalen Hubkolbenmotor (Reihenmotor). Das alles ist durch seine sehr individuelle Form zu erkl√§ren. Bei einem Sternmotor sind die einzelnen Zylinder in einer gleichm√§√üigen Sternform um die Kurbelwelle angeordnet. Dabei befinden sie sich senkrecht zu der Kurbelwelle und auf einer Ebene. Genau dieser Anordnung hat es der Sternmotor zu verdanken, dass er f√ľr damalige Zeiten optimal f√ľr die Flugzeugtechnik genutzt werden konnte. Herk√∂mmliche Reihenmotoren hatten zu dieser Zeit ein Problem mit einer gleichm√§√üigen K√ľhlung der Zylinder, wie bereits zuvor erw√§hnt. Der Sternmotor konnte trotz einer gro√üen Anzahl an Zylindern sehr gut mit dem Fahrtwind gek√ľhlt werden, da durch ihre Anordnung jeder Zylinder gleichm√§√üig im k√ľhlen Luftstrom positioniert war. Allerdings brachte genau diese Anordnung der Zylinder auch einen signifikanten Nachteil mit sich: die Aerodynamik. Da jeder ¬†Zylinder ¬†frontal ¬†im ¬†Luftstrom ¬†sa√ü, ¬†herrschte ¬†ein ¬†gro√üer ¬†Luftwiderstand.¬† Dieser konnte mit einer speziellen Kuppel reduziert werden, war allerdings ¬†immer noch gr√∂√üer als bei Hubkolbenmotoren. Ein wichtiger, vielleicht sogar der wichtigste Vorteil war die nicht gewollte Bewegung der Motoren, welche sich nat√ľrlich nicht vermeiden l√§sst. Der Hubkolbenmotor hatte durch die Bewegungsrichtungen der Kolben, die alle parallel zueinander verlaufen, entscheidende Nachteile. Er √ľbertrug zu starke Vibrationen auf den Rumpf. Der Sternmotor hatte in diesem Bereich die Nase deutlich vorn. Durch die radiale Anordnung der Kolben mit einem gemeinsamen Zentrum, der Kurbelwelle, von welchem sie sich linear hin und weg bewegten, kompensierte der Motor allein durch das Schwingen einzelner Kolben die Vibrationen anderer Kolben. Die Vibrationen, die somit auf den¬†Rumpf √ľbertragen wurden, waren somit deutlich geringer. Ein weiterer negativer Punkt der radialen Anordnung war wiederum das rechtzeitige √Ėffnen und Schlie√üen der Ventile. Das war aber kein gro√ües Problem.

Letzten Endes werden heute wieder die Reihenmotoren eingesetzt, da die Nachteile wie zum Beispiel Vibrationen und K√ľhlung durch neue Technologien gel√∂st wurden und diese Motoren jetzt nahezu nur noch Vorteile haben.49

 

2.3.3 Methoden zum Starten von Segelflugzeugen

Da Segelflugzeuge keinen Motor haben, was bedeutet dass sie nicht selbstst√§ndig in der Luft f√ľr Schub sorgen k√∂nnen, k√∂nnen sie auch nicht aus eigener Hand starten. Es wird also eine Vorrichtung ben√∂tigt, welche das Flugzeug auf irgend eine Art und Weise in die Luft bringt. Daf√ľr haben sich zwei Techniken bew√§hrt. Zum Einen die Seilwinde und zum Anderen das Schleppen mittels eines motorisierten Flugzeuges. Welches der folgenden Verfahren das effizienteste und beste ist kann man nicht eindeutig sagen; es kommt immer auf den jeweiligen Einsatzort und die vorhandenen Mittel an. Beide Methoden haben diverse Vor- und Nachteile. Um verst√§ndlich zu machen, warum und wann genau welche Startmethoden eingesetzt werden, ist die Funktionsweise der in Frage kommenden Methoden in dem folgenden Abschnitt etwas genauer erl√§utert. Das tr√§gt zu dem Verstehen der Frage bei, warum verschiedene Startsysteme auf dem Platz betrieben werden..

 

Flugzeugschlepp

Der Flugzeugschlepp ist eine schon l√§nger praktizierte Methode, ein Segelflugzeug in die Luft zu ziehen. Es wird dabei wie folgt vorgegangen. Man ben√∂tigt f√ľr einen Flugzeugschlepp ein motorisiertes Schleppflugzeug, ein Schleppseil, eine Kupplung und das zweite, geschleppte Flugzeug, welches in diesem Falle ein Segelflugzeug ist. Beide Flugzeuge begeben sich hintereinander in Startposition. Das Schleppseil und die zwischen Seil und Segelflugzeug liegende Kupplung befinden sich zwischen dem Segelflugzeug und dem Schleppflugzeug. Wenn die Flugzeuge in Position sind und das Seil zwischen ihnen nicht mehr locker ist, beginnt das Schleppflugzeug mit dem Startvorgang, w√§hrend es das

49   vgl. http://www.kfz-tech.de/Sternmotor.htm, 04.09.2014

Segelflugzeug die ganze Zeit hinter sich herzieht. Schlie√ülich heben im Laufe das Startes beide Flugzeuge ab und das Schleppflugzeug schleppt das Segelflugzeug auf die gew√ľnschte¬† H√∂he. ¬†Die ¬†Kupplung¬† ist ¬†dazu ¬†da, ¬†um ¬†das ¬†Seil ¬†zu ¬†trennen ¬†und ¬†das Segelflugzeug auf seiner gew√ľnschten H√∂he freizugeben. Beide Flugzeuge drehen in verschiedene Richtungen ab, um einen Zusammensto√ü zu vermeiden. Das Schleppflugzeug setzt zur Landung an, w√§hrend das Segelflugzeug weiter fliegt. In Deutschland ist es dem Schleppflugzeug allerdings nicht gew√§hrt mit anh√§ngendem Schleppseil zu landen. Wenn es also √ľber keine Aufrollvorrichtung verf√ľgt, muss es das Seil erst √ľber dem Flugplatz abwerfen, bevor es landen kann. Der Schleppflug hat den Vorteil, dass der Segelflieger keine besonderen Risiken zu bef√ľrchten hat. Einzig das Schleppflugzeug kann in riskante Situationen¬† ¬†geraten.¬† ¬†Wenn¬† ¬†das¬† ¬†zur√ľckliegende¬†¬† Segelflugzeug,¬†¬† trotz¬† ¬†bestehender Verbindung beider Flugzeuge, zu schnell steigt, und das Schleppflugzeug dabei zu stark √ľberragt, wird der Winkel der Kraft, die das Seil auf das Heck des Schleppflugzeuges aus√ľbt, zu der Bewegungsrichtung des Schleppflugzeuges immer geringer, bis die dem Seil entgegengesetzte Kraft, welche das Heck des Schleppflugzeuges nach unten zieht, kleiner wird als die Kraft des Seils, f√ľr die der Auftrieb des Segelflugzeuges verantwortlich ist. Das h√§tte dann letztendlich zur Folge, dass das Heck des Schleppflugzeuges nach oben gezogen wird und das Flugzeug in den Sinkflug ger√§t. Tritt diese Situation in relativ geringen ¬†H√∂hen ¬†ein, ¬†l√§sst ¬†sich ¬†ein Absturz ¬†nur ¬†noch ¬†mit ¬†dem ¬†sofortigen¬† L√∂sen ¬†der Kupplung vermeiden.

50 Windenstart

Bei einem Windenstart ver√§ndern sich einige Faktoren im Vergleich zum Flugzeugschlepp. Bei dieser Methode des Segelflugstarts wird das Flugzeug mit Hilfe einer Winde in die Luft gezogen. Die Seill√§nge betr√§gt ca. 1000m, kann aber nat√ľrlich von Winde zu Winde variieren. Die Winde, meist von einem starken Verbrennungsmotor betrieben, wird in Position gebracht. Danach wird das Seil abgerollt und an dem ziemlich weit entfernten Flugzeug angebracht. Die Winde wird nun gestartet und rollt das Seil auf. Dabei ist zu beachten, dass der Windenf√ľhrer geschickt mit der Kupplung der Winde umgeht, um eine zu ruckartige Beanspruchung des Seils zu vermeiden. Das Aufrollen des Seils beschleunigt

 

das Segelflugzeug, welches bei Erreichen der Mindestgeschwindigkeit abhebt. Das Seil ist dabei  an  der  Schwerpunktkupplung  an  dem  Flugzeug  befestigt,  um  eine  optimale Verteilung der Zugkraft des Seils zu gewährleisten. Diese Kupplung ist manchmal etwas nach links versetzt, was dann während des Steigfluges mit den Querrudern ausgeglichen werden muss. In der ersten Phase steigt das Flugzeug sehr flach an, bis eine Höhe von ca.

50m erreicht wird. Ab da richtet sich die Nase des Flugzeuges stark auf. Der weitere Steigflug verl√§uft nun in einem konstanten Winkel zum Boden und einer gleichbleibenden Geschwindigkeit. Die Nase senkt sich in einer H√∂he von ca. 300m wieder ab und der Horizont wieder sichtbar. Der Steigflug muss die ganze Zeit vom Piloten kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert werden. Das Seil wird nun ausgeklinkt. Die Vorteile bei dieser Startmethode gegen√ľber dem Flugzeugschlepp sind zum einen eindeutig die Kosten als auch die Frequenz der m√∂glichen Starts, welche allerdings von der Art der Winde abh√§ngt. Es kann nat√ľrlich auch zu einer Reihe von Komplikationen kommen. Zur Sicherheit des Flugzeuges ¬†und ¬†des ¬†Piloten ¬†sind ¬†die ¬†Seile ¬†mit ¬†einer ¬†sogenannten¬† ‚ÄěSollbruchstelle‚Äú versehen. Das ist ein in das Seil eingebauter Teil, welcher daf√ľr konzipiert wurde, bei einer bestimmten Belastung zu rei√üen. Dies dient dazu, das Flugzeug vor einem kritischen Belastungspunkt zu sch√ľtzen. Da allerdings diese Belastungsgrenze vom Flugzeugmodell abh√§ngt, muss auch f√ľr jedes Flugzeug eine andere Sollbruchstelle gew√§hlt werden. Wird diese Wahl falsch getroffen, kann es zu einem vorzeitigem Rei√üen des Seils oder einer √úberbelastung der Tragfl√§chen kommen. Au√üerdem ist der Pilot nur sehr beschr√§nkt in der Lage, das Flugzeug w√§hrend des Startvorganges zu man√∂vrieren. Wenn es also zu einem potentiellen Zusammensto√ü mit einem anderen Flugzeug kommen sollte, ist dieser nicht einfach zu verhindern, genauso wie andere unvorhersehbare Zwischenf√§lle.51 (s.¬† Anhang, S.

8, Abb. 13)

2.3.4 Winden des FSV Otto Lilienthal e.V.

Der FSV Otto Lilienthal e.V. ist im Besitz von zwei Winden und einem Schleppflugzeug; im  folgenden  Text  mit  allgemeinen  Informationen  beschrieben. Aufgrund  mangelnder Informationen werden diese nur sehr allgemein erwähnt.

 

Herkules 4

Die Herkules 4 ist eine Winde. Sie wird angetrieben von einem luftgek√ľhltem, mit Diesel betriebenem Tatra-V-8-Motor. Dieser leistet 190PS. Die Winde verf√ľgt √ľber zwei Stahlseile.52 (s. Anhang, S. 8, Abb. 14)

 

SW-1208 (Skylaunch System)

Mit 412PS und zwei mal 1400m Seil ist diese Winde die st√§rkste des Vereins. Angetrieben wird sie von einem wassergek√ľhlten, mit Benzin betriebenen V-8 Motor.53

 

(s. Anhang, S. 9, Abb. 15)

 

2.3.5 Sicherheitsmaßnahmen

Der Abschluss dieses Kapitels besteht aus einem sehr wichtigen, m√∂glicherweise sogar dem wichtigsten Teil des Equipments, der Sicherheitsausr√ľstung.

Gerade in einem Bereich wie Flugsport muss Sicherheit gro√ü geschrieben werden, denn Flugzeuge bewegen sich nicht nur auf einer Ebene, sondern im Raum. Es kann also in jeder denkbaren Richtung ein anderes Flugzeug auf Kollisionskurs fliegen. Um das zu vermeiden ist ein geschulter Blick des Piloten n√∂tig und unverzichtbar. Allerdings gibt es Technologien,¬†¬† die den Piloten ein wenig unterst√ľtzen k√∂nnen, wie zum Beispiel ein Kollisionswarnsystem.

Unfallvorbeugung durch Kollisionswarnung ‚FLARM‘

Wie zuvor erw√§hnt, gilt es nat√ľrlich in erster Linie einen Ausnahmezustand oder einen Zwischenfall zu vermeiden, bevor er passiert. Eine sinnvolle Technologie zur Pr√§ventivma√ünahme ist eine Kollisionswarnung, hier am Beispiel des ‚FLARM‘-Systems erkl√§rt.

Ein ¬†Kollisionswarnsystem hat ¬†die Aufgabe,¬† den ¬†Piloten ¬†m√∂glichst¬† fr√ľhzeitig auf ¬†eine vielleicht bevorstehende Kollision aufmerksam zu machen. Das funktioniert, indem das

 

System die Position des Flugzeuges, in welchem es integriert ist, per GPS genau bestimmt. Es kann somit auch andere Flugzeuge mit diesem System erkennen, da die Ger√§te untereinander kommunizieren. Da im Segelflug oft dicht aneinander geflogen wird, ist es erforderlich, dass das Ger√§t die Kollision nicht an dem Fakt des Abstandes zweier Segelflugzeuge zueinander berechnet, da sonst bei zwei, parallel nebeneinander fliegenden Flugzeugen st√§ndig Alarm gegeben werden w√ľrde. Das Ger√§t berechnet die Route des Flugzeuges voraus, angelehnt an der aktuellen Bewegungsrichtung und ist dazu in der Lage, Segelflugman√∂ver, wie zum Beispiel das Kreisen zum Aufstieg, zu erkennen und in die Berechnungen mit einflie√üen zu lassen. Wenn dann die berechneten Routen zweier Flugzeuge an ¬†einem ¬†Punkt¬† aufeinander treffen, ¬†gibt ¬†das ¬†System ¬†in ¬†der ¬†Regel ¬†ca. ¬†18

Sekunden vor dem Zusammenstoß Alarm, welcher durch ein akustisches Signal oder auf einem LED-Kompass mit der Richtung des anderen Flugzeuges mitgeteilt wird.

54¬†Schutz des Piloten im Ausnahmefall mit dem ‚Spekon RE-5L‘

Nat√ľrlich ist vollkommen klar, dass trotz aller Sicherheitsma√ünahmen immer etwas Unvorhersehbares passieren kann. Um selbst in solchen Situationen die Sicherheit des Piloten gew√§hrleisten zu k√∂nnen, wird der Pilot mit einem Fallschirm, dem ‚Spekon RE-

5L‘¬† ¬†(s. Anhang, S. 10, Abb. 16) ausger√ľstet.

Er ist die letzte Chance im Falle eines unkontrollierten Absturzes.

Der ‚Spekon RE-5L‘ ist ein Fallschirm f√ľr den personellen Gebrauch. Angewandt wird er im Segel- und Motorsport, sowie in der Ballonfahrt zum Schutz des Piloten und Begleitpersonals. Er wird auf dem R√ľcken getragen und l√§sst sich sowohl manuell als auch automatisch √∂ffnen. Der Fallschirm ben√∂tigt eine Mindesth√∂he von 125m im vertikalen Fall. Springt man bei Fahrt ab, braucht man allerdings bei 60 bis 110 Kilometern pro Stunde 80m H√∂he und bei 110 bis 327 Kilometern pro Stunde noch 60m H√∂he f√ľr einen sicheren Sprung.55

 

2.4  Naturschutz

2.4.1 Bedeutung des Naturschutzes

Ein besonders wichtiger Punkt in Sachen Luftsport ist der Umgang mit der Natur und die Einhaltung verschiedener Gesetze. In diesem Kapitel werde ich N√§heres √ľber den Zusammenhang zwischen Flugsport, besonders Segelfliegen, und den Naturschutz erl√§utern, auch in Betracht auf den Flugplatz Groschwitz und dessen Umgebung.

Natursch√ľtzer sehen im Luftsport h√§ufig eine Bedrohung gef√§hrdeter oder seltener Tier- und Pflanzenarten sowie L√§rmbel√§stigung und Beeintr√§chtigung der Natur und Landschaf- ten. Luftsportler hingegen sehen im Naturschutz unverh√§ltnism√§√üige Einschr√§nkungen bis hin zu einer existenziellen Gefahr f√ľr die Aus√ľbung ihres Sports. Dass daraus Konflikte entstehen, sollte jedem klar sein. Diese beruhen jedoch meist auf Mangel an Kenntnis √ľber die Ziele, der Rahmenbedingungen und der W√ľnsche des jeweils anderen. Um so einen Konflikt fr√ľhzeitig zu verhindern, hat der Deutsche Aero Club, ein Sportverband und Interessenvertretung der Luftsportler in Deutschland, zusammen mit dem Bundesamt f√ľr Natur- schutz im Oktober 2000 die Fachtagung ‚ÄěLuftsport und Naturschutz‚Äú durchgef√ľhrt. Bei dieser Fachtagung wurden die Interessen beiderseits sowie m√∂gliche Konfliktl√∂sungen vor- geschlagen und diskutiert, welche zudem noch bis heute aktuell sind.56¬† Da auf dem Flug- platz Groschwitz haupts√§chlich mit Motor- und Segelflugzeugen geflogen wird, werde ich diese beiden Flugvarianten, auch im Hinblick auf die Ergebnisse der Tagung, erl√§utern und auswerten.

Segelfliegen ist eine sehr umweltfreundliche Sportart, da nur zum Start Energie ben√∂tigt wird. Nur beim Startvorgang sind nennenswerte Umweltbelastungen festzustellen. Doch selbst dabei ist man bem√ľht, Ger√§usche und Abgase, so weit wie m√∂glich zu reduzieren. Zwar nicht so umweltfreundlich wie das Segelfliegen, aber dennoch umweltfreundlich, ist der Motorflugsport. Motorflugzeuge haben in der Regel nur einen Motor und werden gr√∂√ü- tenteils mit dem bleihaltigen Kraftstoff Avgas 100LL betrieben. Jedoch wird zunehmend auch bleifreies Super-Benzin verwendet, welches sowohl umweltfreundlicher als auch kosteng√ľnstiger ist.

Zudem kommen zunehmend Katalysatoren zum Einsatz, was den Kraftstoffverbrauch eines modernen Sportflugzeuges mit dem eines Mittelklasse-Pkw vergleichbar macht.57

56   vgl. http://www.daec.de/fachbereiche/umwelt-natur/arbeitsunterlagen/handbuch/, 30.03.2014

 

Doch neben der technischen Beschaffenheit der Flugzeuge gibt es noch weitere Gr√ľnde, die diesen Sport zu einem umweltfreundlichen machen und somit zum Naturschutz beitra- gen. Zum einen gibt es die Luftverkehrsgesetze.

In diesen sind Sachen geregelt, wie die Mindestflugh√∂he √ľber Land und bewohnter Fl√§che, die Vorschriften f√ľr das Starten und Landen sowie die ‚ÄěUmweltvertr√§glichkeit‚Äú des Flug- platzes.58 Ein weiterer Punkt, welcher dazu beitragen soll, dass die Sportart und vor allem die Luftsportler freundlich mit der Umwelt umgehen, ist folgende Erkl√§rung des deutschen Aero Clubs : ‚ÄěDer deutsche Aero Club bekennt sich zur Beachtung von Umwelt- und Na- turschutzprinzipien ‚Ķ .Er wird alles tun, ‚Ķ, damit so umweltbewu√üt wie m√∂glich ‚Ķ ge- flogen wird.‚Äú59

Insgesamt kann man zusammenfassen, dass von Seiten der Luftsportler sehr viel getan wird, um die Umwelt zu erhalten und nicht zu gef√§hrden. Die meisten Flugsportler sind selbst daran interessiert, dass sie ihren Sport in einer erholsamen und intakten Natur aus- √ľben k√∂nnen. So werden zum Beispiel die Flugpl√§tze nicht mit Giftstoffen gegen Unkraut oder Tiere behandelt. Daher k√∂nnen sich auf ihnen des √Ėfteren Biotope erhalten.60

 

2.4.2 Der Flugplatz als Lebensraum

Dient der Flugplatz den Menschen zum Ausf√ľhren des Sports, so ist er f√ľr die angesiedel- ten Tiere ein Lebensraum und Grundlage zum √úberleben.

Auf den Wiesen, im Geh√∂lz oder in T√ľmpeln und anderen Feuchtfl√§chen findet sich eine gro√üe Artenvielfalt. So bilden zum Beispiel Wiesen ein Zuhause f√ľr kleine S√§ugetiere, V√∂- gel und Insekten. Diese beheimateten Tiere bieten wiederum eine Nahrungsgrundlage an- derer Tiere, wie zum Beispiel f√ľr den Falken, Bussard oder der Eulen.

Wie die Wiesen schaffen auch Geh√∂lze, wie Str√§ucher oder B√ľsche viel Lebensraum auf engstem Bereich. Das Positive bei solchen Lebensr√§umen ist, dass sie problemlos an Rand- bereichen gepflanzt werden und wachsen k√∂nnen, da sie den Luftsport nicht beeintr√§chtigen.

 

57   vgl. http://www.daec.de/fileadmin/user_upload/files/2012/fachbereiche/umwelt/hand buch/hb_luftsport_internet.pdf, 30.3.2014

58   vgl. http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/luftvg/gesamt.pdf, 29.03.2014

59   vgl. http://87.106.30.135/uw/downfiles/verhaltenscodex.pdf, 29.03.2014

60   vgl. http://www.daec.de/fachbereiche/umwelt-natur/umwelt-luftsport/lebensraum-flugplatz/, 30.03.2014

Um den Artenreichtum nicht zu gef√§hrden, bedarf es auch einer ganz speziellen Pflege nach dem Motto ‚Äěweniger ist mehr‚Äú. So sollen Wiesen, welche sich au√üerhalb von Roll- und Startbahn befinden, nur ein bis zweimal j√§hrlich gem√§ht werden, was m√∂glichst auch erst im Juli geschehen soll.

Dies hat die Vorteile, dass sich Kr√§uter und Wiesenblumen ansiedeln k√∂nnen. Dennoch hat es auch Vorteile f√ľr den Menschen beziehungsweise den Verein, welcher neben den anfal- lenden Kosten auch noch Zeit spart.61

 

2.4.3 Auswirkung des Flugsports auf die Natur

 

2.4.3.1 Durch Segelflieger

Wie der Name schon sagt, wird beim Segelfliegen haupts√§chlich die Segeleigenschaft der Flieger genutzt, indem man nat√ľrliche Aufwinde benutzt. Einzige Auswirkungen auf die Natur hat man beim Segelfliegen durch den Start, wof√ľr es mit einem Seil von einem Mo- torflugzeug in die Luft gezogen wird. Nach einer gewissen Zeit l√∂st der Segelflugpilot das Seil und nutzt die Energie der Sonne und Winde, um in der Luft zu bleiben. Eine weitere Variante, das Segelflugzeug in die Luft zu bekommen ist, dass ein langes Drahtseil befes- tigt und √ľber eine Windentrommel eingezogen wird. Nach einer kurzen Strecke hebt das Flugzeug ab und wird mithilfe der Thermik in der Luft gehalten. Die Landung des Segel- fliegers erfolgt in der Regel auf dem Flugplatz, wo es anschlie√üend abgebaut und fort transportiert wird.

Die einzige, durch Abgasemission und Motorengeräusche, belastende Stelle beim Segel- fliegen ist also die Start- und Landebahn.

Auch die Fläche auf dem Flugplatz wird kaum benutzt und somit nur leicht gefährdet. In- tensiv werden nur die Start- und Landefläche sowie die Enden genutzt.

Einzige Konflikte zwischen Segelfliegern und Natur kann es bei der Störung von bestimm- ten Tierarten geben.

Diese Störung liegt vor, sobald ein bestimmter Mindestabstand nicht eingehalten wird.

61    vgl. http://www.daec.de/fileadmin/user_upload/files/2012/fachbereiche/umwelt/lebensraum/Plakat_Le bensraum_Flugplatz.pdf, 30.03.2014

Diese Unterschreitung findet oftmals bei Start und Landung statt. Doch es kann auch pas- sieren, dass man Brutgebiete ¬†von Greifv√∂geln zu tief √ľberfliegt oder dass man in der N√§he von H√§ngen br√ľtende Vogelarten st√∂rt. Von solchen St√∂rungen sind oftmals folgende Vo- gelarten betroffen: (Feucht) Wiesenbr√ľter (z.B. Brachvogel), Felsbr√ľter (z.B. Steinadler), Raufu√üh√ľhner (z.B. Birkwild) oder Baumwipfelbr√ľter wie zum Beispiel der Fischadler.

Ein weiterer Nachteil beim Segelfliegen ist die Hauptzeit f√ľr die Aus√ľbung des Sportes, welche im Sommer und Fr√ľhjahr liegt. Diese Hauptzeit ist bedingt durch die ben√∂tigte Thermik. Diese Zeit √ľberschneidet sich mit der Fortpflanzungszeit der Tiere. Da Segelflie- ger aber oftmals ohnehin versuchen weit √ľber den Boden zu fliegen, um bessere Thermik zu bekommen, werden die Tiere in ihrer Brutzeit nicht zu sehr belastet und gest√∂rt, denn St√∂rungen k√∂nnen bei V√∂geln verheerende Folgen haben.

So kann z.B. die F√§higkeit, Fettreserven anzufressen gest√∂rt werden. Dies kann dazu f√ľh- ren, dass die individuelle Lebenserwartung und die Fortpflanzungsf√§higkeit beeintr√§chtigt werden, was Auswirkungen auf die gesamte Population haben kann.62

 

2.4.3.2 Durch Motorflugzeuge

Motorflugzeuge werden, wie der Name schon sagt, von einem Motor betrieben und sind somit bei Weitem nicht so umweltfreundlich, wie die Segelflieger. Zumal die meisten Flug- zeuge √ľberwiegend mit dem bleihaltigen Treibstoff AVGAS 100LL ¬†betrieben werden. Je- doch, auch durch die technische Entwicklung, wird in Deutschland zunehmend bleifreies Super-Benzin verwendet. Dies hat den Vorteil, dass es nicht nur umweltfreundlicher, son- dern auch kosteng√ľnstiger ist, was nicht nur der Umwelt zugutekommt. Das Motorflug- zeug wird jedoch nicht nur bei sportlichen Wettbewerben, wie zum Beispiel Meisterschaft ben√∂tigt. Auch beim Segelfliegen (als Schleppmaschine) und beim Fallschirmspringen (als Absetzmaschine) werden auf die Motorenflugzeuge zur√ľckgegriffen.

Da Motorflugzeuge meist kleine Sportmaschinen sind, wird f√ľr diese auch keine gro√üe

Start- und Landebahn benötigt.

Zudem kann diese Piste aus Beton, Asphalt oder sogar Gras sein. Meist jedoch findet auch

‚Äěkommerzieller Flugverkehr‚Äú auf den Motorflugplatz statt.63 √Ąhnlich wie die Flugpl√§tze f√ľr

62   vgl. http://www.natursportinfo.de/nsi_segelfliegen.html, 19.04.2014

63   vgl. http://www.natursportinfo.de/nsi_motorflug.html, 19.04.2014

Segelflieger haben auch Pl√§tze nur f√ľr Motorenflugzeuge viel Platz f√ľr Lebensraum, auch f√ľr gef√§hrdete Tiere und Pflanzen.

Ein Vorteil beim Motorflug ist zudem, dass man Ziele direkt anfliegen kann und auch die gew√§hlte H√∂he halten kann. Dies ist bei vielen anderen Luftsportarten nicht m√∂glich. √Ąhn- lich wie beim Segelflugverkehr sind beim Motorsportflug die umliegenden Tierarten, be- sonders Vogelarten, gef√§hrdet. Bei diesen kann es zu St√∂rungen und somit zu Beeintr√§chti- gungen kommen. Zudem werden Tiere und Natur durch Abfall, L√§rm sowie Helfer und Zu- schauer beeintr√§chtigt.

Nat√ľrlich entwickeln sich auch Motorenflugzeuge weiter und werden so naturvertr√§glicher gemacht. Dazu geh√∂ren L√§rm mindernde Ma√ünahmen, wie das Benutzen von Schalld√§mp- fern. Ein Vorteil f√ľr die Natur ist zudem, dass die Flugpl√§tze zur Aus√ľbung dieses Sports fr√ľher auf ertragsarmen B√∂den¬† ¬†angelegt wurden. Solche B√∂den k√∂nnen Magerb√∂den, Sandfl√§chen, aber auch Kalkb√∂den oder Feuchtbereiche sein. Oft wird die Qualit√§t aufge- wertet, besonders an wenig benutzen Stellen. Dies f√ľhrt dazu, dass Pflanzen, aber auch Kleintiere einen besseren Lebensraum haben und sich somit vielz√§hlig ansiedeln.

Wie beim Segelfliegen k√ľmmert sich besonders der Deutsche Aero Club und andere Verei- ne um die Auswirkung auf die Natur einzuschr√§nken. Dies geschieht mittels ‚ÄěVerhaltens- kodex f√ľr Sportler‚Äú oder Umweltauszeichnungen. Zudem werden immer wieder ‚Äěnachah- mende Aktivit√§ten‚Äú vorgestellt.

Zu diesen Z√§hlen neben den Schalld√§mpfern auch der umweltschonende Umgang mit Treib- und Schmierstoffen. Des Weiteren gibt es √∂kologisch orientierte Umbauma√ünah- men, wie der Bereitstellung von Nistk√§sten f√ľr V√∂gel oder das Begr√ľnen von Fl√§chen.64

 

2.4.3.3 Durch den Sportler

Eine nicht sehr geringe Auswirkung auf die Natur hat zudem auch der Sportler selbst. So erm√∂glicht es den Sportlern, die Natur und damit verschiedene Vorg√§nge auf der Erde, aus weiter Entfernung zu beobachten und √ľber Funk zu melden. Dies kann unter anderen bei entstehenden Waldbr√§nden hilfreich sein, aber auch andere umweltsch√§digende Vorg√§nge k√∂nnen somit fr√ľhzeitig gemeldet und deren Ausbreitung verhindert werden.

64   vgl. http://www.aeroclub-pirna.de/index.php? option=com_content&view=article&id=56&3Aumwelt&catid=46&3Afeste- seiteninhalte&Itemid=161, 30.03.2014

 

Sodass man behaupten kann, dass die Piloten durch die Luftbewegungen auch zum Um- weltschutz beitragen.

Zudem gibt es noch einige ‚ÄěTipps‚Äú um nicht in Konflikte mit Tieren zu kommen. So sollte man einen Mindestabstand zu empfindlichen Lebensr√§umen von mindestens 300 Metern besitzen und gro√üe Distanz zu Vogelschw√§rme, besonders Ansammlungen auf Wasserfl√§- chen, halten. Des Weiteren sollte man auf einen gleichm√§√üigen und unproblematischen Flugbetrieb im Jahr achten, anstatt eines massiven und kurzen Betriebs. Zudem sollten zu bestimmten Jahreszeiten und zu bestimmen Lebensr√§umen erweiterter Abstand eingehalten werden.65

Um die Natur besser zu besch√ľtzen, geh√∂ren auch verantwortungsvolle Sportler dazu. Um diese Sportler zu unterst√ľtzen und zu informieren, hilft der Deutsche Aero Club e.V. (DAeC), welcher daf√ľr extra ein Verhaltenskodex f√ľr ‚Äěumwelt- und naturbewusste[] Luft- sport[ler]‚Äú entwarf. In diesem Kodex stehen die zu befolgenden Grunds√§tze. Zu diesen ge- h√∂ren, dass die Luftsportler ‚ÄěIn einer zeit, da Industrialisierung und Unvernunft der Men- schen Umwelt und Natur bedrohen, ‚Ķ [einen] Beitrag zum Schutz von Umwelt und Natur leisten.‚Äú ¬†Der DAeC appelliert zudem an die Vernunft, um nicht nur eine intakte Umwelt, sondern auch eine langfristige, f√ľr die nachfolgenden Generationen, intakte Umwelt zu erhalten. So verpflichtet sich der DAeC in seiner Satzung –

– „eine den Zielen des Naturschutzes, der Landschaftspflege (wie im BNatSchG beschrie- ben) und des Umweltschutzes entsprechende Aus√ľbung des Luftsports und Nutzung der daf√ľr erforderlichen Fl√§chen f√ľr Zwecke der natur-, landschafts- und umweltvertr√§glichen Erholung zu f√∂rdern und den eigenen Mitgliedern und den Vertretern des Umwelt- und Na- turschutzes als kompetenter fachlicher Berater f√ľr natur-, landschafts- und umweltvertr√§g- lichen Luftsport zur Verf√ľgung zu stehen“.66

 

2.4.4 Luftfahrtrelevante Vogelgebiete

Luftfahrtrelevante Vogelgebiete sind auf Luftfahrerkarten als ABA (Aircraft relevant Bird

Areas ‚Äď Flugzeug relevante Vogelgebiete) gekennzeichnet.

Diese Gebiete ‚Äěwurden in der Arbeitsgruppe ‚ÄöLuftfahrt und Naturschutz‚Äė unter Federf√ľh-

65   vgl. http://www.natursportinfo.de/nsi_motorflug.html, 19.04.2014

66   vgl. http://modellflug-im-daec.de/umwelt, 12.08.2014

rung des BfN [Bundesamt f√ľr Naturschutz] und des DAeC in Zusammenarbeit mit den Vo- gelschutzwarten der L√§nder und mit Unterst√ľtzung des Bundesministeriums f√ľr Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) und der Deutschen Flugsicherung (DFS) nach ein- heitlichen Kriterien ausgew√§hlt.‚Äú 67

Da diese Gebiete besonders wichtig f√ľr die Luftsportler sind und somit auch f√ľr den Ver- ein, da diese zu bestimmten Zeiten nicht oder nur selten √ľberflogen werden d√ľrfen und st√§ndige Vorsicht geboten ist, werde ich nun diese Gebiete n√§her beschreiben und auf die Gr√ľnde eingehen.

In Th√ľringen gibt es 7 gekennzeichnete ABA Gebiete:

Die Rhön

Mit 28602 Hektar Fl√§che ein gro√ües Schutzgebiet in Th√ľringen. Die Schutzzeit beginnt im Oktober und reicht bis in den Juli. Aufgrund der ‚Äěherausragenden Qualit√§t der Kulturland- schaft auch zum UNESCO Biosph√§renreservat anerkannt.‚Äú Die Rh√∂n ist zudem ein Gebiet, welches nicht nur ausreichenden sondern auch abwechslungsreichen Lebensraum bietet. Dies f√ľhrt dazu, dass dort eines der gr√∂√üten Birkhuhn vorkommen, beherbergt ist. Das Birkhuhn ist zudem die bedeutsamste Vogelart der Rh√∂n.68

Kyffhäuser, Badraer Schweiz und Helmestausee

Das 3200 Hektar gro√üe Schutzgebiet, in welchem die Schutzzeit von September bis in den Mai reicht. Zudem befindet sich mit dem Berga-Kelbra See ein Stausee dort, welcher 1978 als ‚Äěwichtiges und schutzw√ľrdiges Feuchtgebiet gem√§√ü der Ramsar-Konvention ausgewie- sen [wurde].‚Äú

Diese¬† Feuchtgebiete ‚Äěnutzen¬† jedes ¬†Jahr¬† tausende Kraniche und Wasserv√∂gel auf ¬†dem Durchzug zur Nahrungsaufnahme und Rast.‚Äú Die bedeutendsten Vogelarten dieses Gebiets sind die Kraniche sowie Wat- und Wasserv√∂gel.69

Helme-Unstrut-Niederung

Das in etwa 6800 Hektar gro√üe Schutzgebiet liegt im Norden Th√ľringens. Die Schutzzeit geht vom Oktober bis in den Mai. ¬†Das Gebiet bei den Fl√ľssen Helme und Unstrut beinhal- tet neben landwirtschaftlich intensiv genutzten Fl√§chen auch naturnahe Restw√§lder. Die

‚ÄěKopfbaumreihen entlang der Ufer macht die Niederung zu einem bedeutenden Lebens- raum zahlreicher Vogelarten.‚Äú Zudem rasten j√§hrlich zahlreiche Kraniche an den Flussar-

67   vgl. http://www.natursportinfo.de/nsi_motorflug.html, 19.04.2014

 

men, wodurch die bedeutendste Vogelart in diesem Gebiet selbstverständlich der Kranich ist.70

РGera-Unstrut-Niederung um Straußfurt

Das fast 13000 Hektar gro√üe Schutzgebiet im Th√ľringer Becken wird von der Gera-Un- strut-Niederung durchzogen. Es beherbergt Wiesenv√∂gel und Wei√üst√∂rche. Zu den bedeut- samsten Vogelarten dieses Gebiets geh√∂ren ebenfalls Kraniche, Wat- und Wasserv√∂gel.71

– Mittlerer Th√ľringer Wald westlich von Oberhof

Das 3800 Hektar gro√üe Gebiet liegt im Kern des Th√ľringer Waldes und ist gepr√§gt von Na- delw√§ldern, Bergwiesen, vereinzelten Mooren und Bacht√§lern. ‚ÄěZusammen mit dem s√ľd- √∂stlich angrenzenden Biosph√§renreservat Vessertal und Schneekopf beherbergt der mittlere Th√ľringer Wald noch einige Exemplare des vom Aussterben bedrohten Birkhuhns.‚Äú Das Birkhuhn ist sogleich der bedeutsamste Vogel dieses Gebiets.72

Biosphärenreservat Vessertal und Schneekopf

Das 26000 Hektar gro√üe Gebiet, welches s√ľdlich von Erfurt liegt, hat eine Schutzzeit von Oktober bis Mai. Das seit 1979 von der UNESCO anerkannte Biosph√§renreservat Vessertal ist ein geschlossenes Waldgebiet mit vereinzelten kleinfl√§chigen Bergwiesen. Zudem findet man zahlreiche B√§che und Moore.¬†¬† Im Mittelpunkt des Gebiets befindet sich, mit dem Schneekopf, der zweith√∂chste Berg Th√ľringens. Wie im vorher erw√§hnten, angrenzenden Gebiet ist auch hier das Birkhuhn die bedeutendste Vogelart im Gebiet.73

РNordöstliches Altenburger Land

Das letzte ABA Gebiet ist das etwa 3100 Hektar gro√üe, im Osten Th√ľringens gelegene, Al- tenburger Land. Dominierend sind die Flie√ügew√§sser, Mischw√§lder sowie Felder und Wie- sen.

Das Gebiet dient nicht nur als Brutquatier sondern auch zur Überwinterung und Rast. Be- sonders Wat- und Wasservögel sind weit verbreitet. Zudem zählen die heimischen Wild- gänse, wie die Graugänse, zu den bedeutendsten Vogelarten im Gebiet.74

70   vgl. http://www.bfn.de/0323_aba_id224.html, 13.08.2014

71   vgl. http://www.bfn.de/0323_aba_id225.html, 13.08.2014

72   vgl. http://www.bfn.de/0323_aba_id226.html, 13.08.2014

 

2.4.5 Naturschutzgebiete im Landkreis Saalfeld/Rudolstadt

Mindestens ebenso wichtig wie die Luftfahrt relevanten Vogelgebiete sind die Naturschutz- gebiete direkt in der N√§he des Flugplatzes Rudolstadt‚ÄďGroschwitz. In Deutschland gibt es √ľber 8589 Naturschutzgebiete (Stand 12/2012)75 wovon sich 16 im Landkreis Saalfeld‚ÄďRu- dolstadt befinden. (s. Anhang, S. 11, Abb. 17) Diese Gebiete sind dahin gehend wichtig, da die Luftsportler des Flugplatzes Rudolstadt‚ÄďGroschwitz ¬†besonders dort R√ľcksicht auf die Natur nehmen m√ľssen und so zum Beispiel bestimmte Teile nicht oder nur selten √ľberflie- gen d√ľrfen.

Das gr√∂√üte Naturschutzgebiet ist die Uhlst√§dter Heide mit 1153,5 Hektar. Auf der Hochfl√§- che befinden sich sechs kleine Teiche, zudem unterschiedlich strukturierte, Kiefern domi- nierende und st√∂rungsarme Waldbest√§nde, welche f√ľr ‚Äěbestandsbedrohte‚Äú Vogelarten wie das Auerhuhn, einen Lebensraum bieten. Erg√§nzend ist zu erw√§hnen, dass das Gebiet ein wichtiges Forschungsgebiet f√ľr ‚Äěpopulations√∂kologische Fragen‚Äú darstellt.

Das n√§chstgr√∂√üere, aber fast nur halb so gro√üe Gebiet wie die Uhlst√§dter Heide, ist das Schwarzatal. Dieses zeichnet sich besonders durch seine seltenen Pflanzen- und Tierarten und Steilh√§nge sowie markanten Felsformen aus. Im Schwarzatal befinden sich nicht nur Denkm√§ler, wie das Bodendenkmal an der H√ľhnenkuppe, sondern auch zwei Totalreserva- te und ein Naturlehrpfad.

Naturschutzgebiete, welche ähnlich groß wie das Schwarzatal sind, wären das Gebiet Ass- berg РHasenleite und Pennewitzer Teiche РUnteres Wohlrosetal.

Das Naturschutzgebiet Assenberg-Hasenleiter ist mit 581 Hektar Fl√§che das dritt Gr√∂√üte im Landkreis und umfasst eine Gruppe von hohen Bergkuppen. Das Gebiet ‚Äědient der Erhal- tung st√∂rungsarmer, Kiefern dominierter und zwergstrauchreicher Mischw√§lder als Lebens- raum besonders f√ľr Rauhfu√üh√ľhner sowie der Bergwiesen und Bacht√§ler mit besonde- ren Arten.‚Äú76

Mit wertvollen Feuchtbiotopen wie Moorwälder (u. a. Rauschbeeren-Waldkiefer-Moor- wald) und Teichen mit einer Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten ist das Naturschutz- gebiet Pennewitzer Teiche РUnteres Wohlrosetal wohl eines der bedeutendsten und attrak- tivsten im Landkreis. Zu den Teichen zählen der Sorgeteiche oder Pennewitzer Teiche, der

Galgenteich,die Zweizapfenteiche, der Esbach- oder auch Seerosenteich und die Teufels- teichkette. Der Seerosenteich ist zudem der größte Teich dieses Naturschutzgebietes. Zu den Besonderheiten zählen zahlreiche Sprenglöcher sowie alte Sandgruben. Mit etwa 100

Brutvogelarten, worunter der Baumfalke, der Bekassine oder der Ziegenmelker fallen, ist das Naturschutzgebiet eines der ‚Äěornithologisch wichtigsten Gebiete in Th√ľringen.‚Äú

Weitere kleinere Gebiete, welche sich im Landkreis befinden w√§ren zum Beispiel die Wurmbergwiese, das H√∂lltal, der Eichberg und die Talgrube, Dissau und Steinberg, der Greifenstein, Bohlen, Ziegenholz, die Meuraer Heide,¬†¬† Ilmwand, der Schenkenberg, die Schieferbr√ľche am Bocksberg und der Staatsbruch.

Neben den Naturschutzgebieten gibt es auch erw√§hnenswerte Naturparks.(s. Anhang, S. 11, Abb. 17) Zu diesen geh√∂ren der Th√ľringer Wald, in welchen der westliche Teil des Land- kreises liegt. Des Weiteren gibt es einen geplanten Naturpark. Dieser soll eine Fl√§che von

800 m¬≤ umfassen und im Gebiet Th√ľringer Schiefergebirge / Obere Saale die vielf√§ltige

Landschaft integrieren.

Erg√§nzend gibt es auch Landschaftsschutzgebiete, welche ebenfalls erw√§hnenswert sind. Zu den Gr√∂√üten und Bekanntesten geh√∂ren der Th√ľringer Wald mit einer Fl√§che von

143.071 Hektar und dem Th√ľringer Schiefergebirge mit 26.480 Hektar. Neben diesen zwei Gro√üen und Bedeutenden gibt es noch f√ľnf weitere Landschaftsschutzgebiete, worunter der Kulm, das Hermannstal, Rinne ‚Äď Rottenbachtal, Gleitsch und Obere Saale z√§hlen.77 (s. Anhang, S. 11, Abb. 17)

 

3 Fazit

Nachdem alle Schwierigkeiten in der Vergangenheit bis jetzt erfolgreich √ľberwunden wurden, startet der Flugplatz hoffentlich in eine prachtvolle Zukunft. Die Geschichte hat uns sehr oft veranschaulicht, dass viele Probleme nur durch eine starke Gemeinschaft mit einem gro√üen Zusammenhalt gel√∂st werden konnten. Wir hoffen mit der Ausstellung unserer gesammelten Informationen einen Beitrag zu dem Flugplatz und dessen Geschichte beige- tragen zu haben und sind stolz, die Hintergr√ľnde und Feinheiten eines solch interessanten Themas ergr√ľndet zu haben.

77   vgl. http://www.tlug-jena.de/uw_raum/umweltregional/slf/slf07.html, 15.08.2014

 

Anhang

 

Abbildung 1, Statistik 2013 Flugplatz Rudolstadt/Groschwitz

 

Statistik

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Vorstandsvorsitzender M. Kröckel, 25.05.2014

 

Abbildung 2, Landungen pro Jahr 1991-1994

Landungen

 

 

 

 

 

 

Quelle: Vorstandsvorsitzender M. Kröckel, 25.05.2014

 

Abbildung 3, Segelflugzeug ASK 13

ASK 13

 

 

 

 

Quelle: http://lsv-stade.de/media/segelflug/flugzeugpark/segel_ask13.jpg, 26.09.2014

 

Abbildung 4, Segelflugzeug ASW 15

ASW 15

 

 

 

 

 

Quelle: http://www.segelflug.de/tests/ASW15/asw15.jpg,, 26.09.2014

 

Abbildung 5, Segelflugzeug DG 300

DG300

 

 

 

 

 

 

Quelle: http://alt.fsv-karlsruhe.de/fm/images/dg300.jpg, 26.09.2014

 

Abbildung 6, Segelflugzeug Puchacz

Puchacz

 

 

 

 

 

 

Quelle: http://fcrostock.de/Seiten/Flugzeugtechnik/Pucharcz.jpg, 26.09.2014

 

Abbildung 7, Segelflugzeug Ka 8b

Ka8

 

 

 

 

 

 

Quelle: http://www.mfu.at/perch/resources/k208b1.jpg, 26.09.2014

 

Abbildung 8, Motorflugzeug Zlin 42M

Z42m

 

 

 

 

 

 

Quelle: http://www.flugzeuginfo.net/acimages/z42m_d-ewon_ott07_kp.jpg, 26.09.2014

 

Abbildung 9, Motorsegler SF25c

SF25C

 

 

 

 

 

 

Quelle: http://www.edma.de/wp-content/uploads/2013/07/sf25c.jpg, 26.09.2014

 

Abbildung 10, Motorflugzeug PZL104-Wilga

Wilga

 

 

 

 

 

Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a9/PZL104_Wilga_PICT0062.JPG, 26.09.2014

 

Abbildung 11, Reihenmotor

Reihenmotor

 

 

 

 

 

Quelle:http://www.comtecgermany.de/modellbau/images/product_images/info_images/2462_1.jpg , 26.09.2014

 

Abbildung 12, Sternmotor

Sternmotor

 

 

 

 

 

 

Quelle: http://www.kfz-tech.de/Bilder/Kfz-Technik/Hubkolbenmotor/Sternmotor11.jpg,26.09.2014

 

Abbildung 13, Windenstart

windenstart

 

 

 

 

 

 

Quelle: http://www.dg-flugzeugbau.de/index.php?id=windenstart-d, 26.09.2014

 

Abbildung 14, Winde Herkules-4

H4

 

 

 

 

 

 

Quelle: http://www.fsv-rudolstadt.de/herkules-4/, 26.09.2014

 

Abbildung 15, Winde SW-1208

SW1208

 

 

 

 

 

 

Quelle: http://www.fsv-rudolstadt.de/sw-1208/, 26.09.2014

 

Abbildung 16, Fallschirm RE-5 L

Fallschirm

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: http://www.siebert.aero/images/product_images/popup_images/80760_RE- , 5_L_Serie_3_137125.jpg, 26.09.2014

 

Abbildung 17, Schutzgebiete Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Schutzgebiete

 

 

 

 

 

 

Quelle: http://www.tlug-jena.de/uw_raum/umweltregional/slf/maps/73071_09.jpg, 15.09.2014

 

Abbildung 18, Flugplatz Groschwitz von oben

√úbersicht Flugplatz

 

 

 

Quelle: http://www.fsv-rudolstadt.de/flugplatz/, 16.10.2013

 

Entstehung der Gebäude des Flugplatzes Schwarza            (Nico)

Einen hohen Einfluss auf die Luftfahrtentwicklung am Flugplatz in Schwarza nahmen auch die dringend ben√∂tigten Geb√§ude, welche anfangs notd√ľrftig errichtet wurden. Denn, um zu einem wirtschaftlich bedeutenden Flugplatz zu werden, bedarf es speziell geplanter Ge- b√§ude mit spezifischen Funktionen.

Vier Monate vor Inbetriebnahme des Flugplatzes Schwarza wurden erste Holzh√ľtten ge- baut und bis zum Beginn des Linienflugverkehrs standen zwei Holzgeb√§ude zur Verf√ľ- gung. Diese waren zur Unterbringung und Abfertigung erster Passagiere geschaffen wor- den. Ebenfalls konnten Treibstoff und Ersatzteile gelagert werden. Jedoch befanden sich die Geb√§ude noch auf privatem Boden und mussten daher vom Flugplatzbetreiber gepach- tet werden. Doch da diese L√∂sung nicht endg√ľltig sein konnte, entschloss man sich in den Jahren 1927 und 1928 zur Erbauung von festen Baulichkeiten auf dem Flugplatzgel√§nde, welche somit der ‚Flugplatz AG‘ geh√∂rten. Die Betreibergesellschaft hingegen hatte nur drei Hektar der Flugplatzfl√§che, auf welcher die Geb√§ude standen. Folglich wurde ein Kre- dit aufgenommen und Anteile der Aktie verkauft um den restlichen, noch nicht im Besitz des Flugplatzes befindlichen Bodens, erstehen zu k√∂nnen.

Doch diese st√§ndigen, jedoch zwingend notwendigen Investitionen f√ľhrten zu Finanzpro- blemen bis zur Umwandlung der ‚Flugplatz AG‘ in einen Zweckverband 1935. Zusammen- fassend f√ľr das Jahr 1926 wurden 13.136,85 Reichsmark f√ľr Pachten investiert.

Trotz dieser pr√§gnanten Probleme wurde eifrig in eine Flugplatzbr√ľcke, feste Geb√§ude und einen Fu√üg√§ngerweg investiert.

Auch heute noch ¬†tr√§gt die zwischenzeitlich erneuerte und verbreiterte Br√ľcke am ehemali- gen Flugplatzgel√§nde den Namen ‚Flugplatzbr√ľcke‘, welcher auch jetzt noch auf den Stand- ort des alten Flugplatzes hinweist.

Besonderen Wert legte man au√üerdem auf eine Unterkellerung des Hauptgeb√§udes und die Errichtung einer Hochspannungsleitung. Nichtsdestotrotz lag das Hauptaugenmerk auf der Konstruktion der festen Saalebr√ľcke, welche im Sp√§tsommer 1926 einen Zuschlag f√ľr ihre Errichtung bekam. Sie war f√ľr schwere G√ľtertransporte geplant und wurde demzufolge als Eisenbetonbr√ľcke erbaut, welche eine Tragf√§higkeit von sechs Tonnen besitzen sollte. Die gesamte Bauzeit betrug sieben Monate und die Kosten von 15.253 Reichsmark mussten gedeckt werden.

Am 12. April wurde die alte Br√ľcke gesprengt und durch Arbeitskr√§fte der Arbeitsbeschaf- fungsma√ünahmen der Regierung entstand die neu geplante Eisenbetonbr√ľcke. Die immen- sen Kosten des Br√ľckenbaus belasteten die ‚Flugplatz AG‘ bis in das Jahr 1935.

Ein weiteres essentielles Geb√§ude auf dem Flugplatz in Schwarza war eine Flugzeughalle zum Schutz der Luftfahrtzeuge. Zwei genauere Projektpl√§ne f√ľr eine solche Halle wurden am 5. August 1926 wegen zu hoher Kosten abgelehnt, da dieser Hangar das damals gr√∂√üte deutsche Flugzeug fassen sollte, die ‚Rohrbach Ro VIII‘, mit einer Spannweite von 26 Metern.

Ende April 1927 war die endg√ľltige Betriebserlaubnis f√ľr die Flugzeughalle unterzeichnet und somit konnte diese vollst√§ndig genutzt werden. Au√üerdem wurden 1927 vereinzelt Fremdgrundst√ľcke im Wert von 13.136 Reichsmark erworben, da man sich sp√§tere Gewinne damit erhoffte. Die kommenden Baut√§tigkeiten waren, nach l√§ngerer Pause, erst wieder f√ľr das Jahr 1932 geplant.1

 

1   vgl. Groß, M.: Die Gebäude auf dem Flugplatz Schwarza, Entstehung und Nutzung 1926-1928, S. 80-85

 

Literaturverzeichnis

B√ľcher / Brosch√ľren

B√ľchner, G.: 50 Jahre Flugplatz Rudolstadt Groschwitz, Stadtarchiv Rudolstadt, 2008

Groß, M.: Vor 100 Jahren: Flugtage des Flugpioniers Ludwig Kammerer in

Rudolstadt, Stadtarchiv Rudolstadt, 2012

Groß, M.: Das Jahr 1933 und der Flugplatz Schwarza, Stadtarchiv Rudolstadt, 2010

Gro√ü, M.: Die Fliegerschule Th√ľringen auf dem Flugplatz Schwarza im Jahre 1932, Stadtarchiv Rudolstadt, 2009

Gro√ü, M.: Rudolstadt und die Ozeanfl√ľge im Jahre 1928, Stadtarchiv Rudolstadt,¬†2011

Groß, M.: Der Deutschlandflug 1933 Zwischenstopp auf dem Flugplatz Schwarza,

Stadtarchiv Rudolstadt, 2010

Groß, M.: Die Gebäude auf dem Flugplatz Schwarza, Entstehung und

Nutzung1926- 1928, Stadtarchiv Rudolstadt, 2007

Groß, M.: Der Linienflugverkehr auf dem Flugplatz Schwarza 1926-1931, Stadtarchiv Rudolstadt, 2007

Schneider, E.: Die Beziehungen Rudolstadts zum Flugwesen, Stadtarchiv Rudolstadt, 1966

Internet

http://www.fsv-rudolstadt.de/flugplatz/ (Stand: 16.10.2013)

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/linienflugverkehr.html (Stand:05.08.2014)

http://www.wer-weiss-was.de/militaerhistorie/versailler-vertrag-und-motorflug (Stand: 05.08.2014)

http://de.wikipedia.org/wiki/Weimar (Stand: 29.06.2014) http://de.wikipedia.org/wiki/Hellmuth_Hirth (Stand: 29.06.2014) http://de.wikipedia.org/wiki/Flugplatz_Johannisthal (Stand: 29.06.2014)

http://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BCder_Wright (Stand: 19.03.2014)

http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Lilienthal (Stand: 19.03.2014) http://www.daec.de/fileadmin/user_upload/files/2012/fachbereiche/umwelt/had buch/hb_luftsport_internet.pdf (Stand: 30.3.2014)

http://www.gesetze-im.internet.de/bundesrecht/luftvg/gesamt.pdf (Stand:29.03.2014)

http://87.106.30.135/uw/downfiles/verhaltenscodex.pdf (Stand: 29.03.2014)

http://www.daec.de/fachbereiche/umwelt-natur/umwelt-luftsport/lebensraum- flugplatz/ (Stand: 30.03.2014) http://www.daec.de/fileadmin/user_upload/files/2012/fachbereiche/umwelt/lebensra um/Plakat_Lebensraum_Flugplatz.pdf (Stand: 30.03.2014)

http://www.natursportinfo.de/nsi_segelfliegen.html (Stand: 19.04.2014)

http://www.natursportinfo.de/nsi_motorflug.html (Stand: 19.04.2014)

http://www.aeroclub-pirna.de/index.php? option=com_content&view=article&id=56&3Aumwelt&catid=46&3Afeste- seiteninhalte&Itemid=161 (Stand: 30.03.2014)

http://modellflug-im-daec.de/umwelt (Stand: 12.08.2014)

http://www.bfn.de/0323_aba_id223.html (Stand: 13.08.2014)

http://www.bfn.de/0323_aba_id041.html (Stand: 13.08.2014)

http://www.bfn.de/0323_aba_id224.html (Stand: 13.08.2014)

http://www.bfn.de/0323_aba_id225.html (Stand: 13.08.2014)

http://www.bfn.de/0323_aba_id226.html (Stand: 13.08.2014)

http://www.bfn.de/0323_aba_id227.html (Stand: 13.08.2014)

http://www.bfn.de/0323_aba_id228.html (Stand: 13.08.2014)

http://www.fsv-rudolstadt.de/bergfalke-sf25-c/ (Stand: 13.04.2014)

http://www.fsv-rudolstadt.de/wilga-35/ (Stand: 08.04.2014)

http://de.wikipedia.org/wiki/Schleicher_Ka_6 (Stand: 29.08.2014)

http://de.wikipedia.org/wiki/Glasfaserverst%C3%A4rkter_Kunststoff#Eigenschaften_und_Anwendungsgebiete (Stand: 29.08.2014)

http://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeugbau#Gemischtbauweise (Stand: 29.08.2014)

http://www.kfz-tech.de/Sternmotor.htm (Stand: 04.09.2014)

http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Flugzeugschlepp.html (Stand: 04.09.2014)

http://www.dg-flugzeugbau.de/index.php?id=windenstart-d (Stand: 04.09.2014) http://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeugbau#Holzbauweise (Stand: 06.09.2014)

Sonstige Quellen

Gespräch mit Martin Wisser, 15.06.2014

Vereinsmuseum Betriebshandbuch Rettungsfallschirm RE-5L Vorstandsvorsitzender M. Kröckel, 25.05.2014

PERS√ĖNLICHE ERKL√ĄRUNG

Hiermit erklären wir, dass wir die vorliegende Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet haben.

(Markus Decker)

(Matthias Heerwagen)

(Nico Kopitzsch)

Rudolstadt, 01.10.2014

Schreib eine Nachricht

Sie haben die Datenschutzbedingungen akzeptiert. Bitte fahren Sie fort.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr dar√ľber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.