Um mit einem Segler in die Luft zu kommen, benötigt man ein Schleppflugzeug oder eine Seilwinde. Der Start mit einem Flugzeug (F-Schlepp) ist zwar rasant und sicher, aber auch entsprechend teurer. Für die Segelflugausbildung ist dann der Start an einer Seilwinde eine ökonomische und ebenfalls sichere Alternative. Im Folgenden stellen wir unsere Schleppwinden vor:
Projekt: Segelflugschleppwinde "SKYLAUNCH"
Die Winde SW 1208 wurde durch den Verein zu einer leistungsstarken Schleppwinde umgerüstet. Dazu kommt die Technik von SKYLAUNCH zum Einsatz. Durch einen V8-Motor mit 412 PS und eine hohe Seileinzugsgeschwindigkeit von bis zu 130 km/h wird der Segelflugstart sicherer werden. Durch die Verlängerung der Segelflugschleppstrecke in Folge der Bahnsanierungen auf bis zu 1300 m, können in Zukunft sehr große Ausklinkhöhen beim Windenstart ( über 500 m ) erwartet werden. Das macht die Segelflugausbildung attraktiver und effektiver. Thermikanschluß wird dann oft auch ohne F-Schlepp durch ein Motorflugzeug möglich sein.
SKYLAUNCH
... 412 PS ... Motorleistung
...aus einer alten Winde entsteht eine leistungsstarke Schleppwinde in Eigenleistung des Vereins...
8,2 Liter - V8 - Motor ( Benzin ) von General Motors
..3-stufiges Hochleistungs Automatikgetriebe...
SW-1208 ...diese alte Winde wird die "NEUE"
SW - 1208 (Eigenbau aus Bayern-Agathazell) Die zweite Doppeltrommelwinde hört auf den Namen "SW - 1208 " und ist seit dem Jahr 2000 in unserem Besitz. Sie ist ein Eigenbau nach dem System Tost des FSV "Oberallgäu" in Agathazell bei Sonthofen und wurde in den sechziger Jahren gebaut. Der Ersteigentümer hat ihr in den vielen Dienstjahren mehrere Grundüberholungen spendiert. Da sie ihre meiste Zeit im Freien verbringen musste (sie stand immer an der selben Stelle, von März bis November), erscheint dies auch sehr verständlich. Da wir sie aber vor dem ewigen Draußenstehen bewahren wollten, schraubten wir sie ganz einfach auf einen MAN - Lkw und konnten sie nun bequem transportieren.
Mittlerweile hat sie fast 60000 Schlepps absolviert und funktioniert nach wie vor einwandfrei. Angetrieben wird sie von einem Opel - Diplomat - Motor mit ebenfalls 8 Zylindern. Dieser Motor ist allerdings etwas durstiger als der Dieselmotor und genehmigt sich knapp 0,5 Liter Super mit Bleizusatz pro Schlepp.
Das auf dem Bild erkennbare offene Führerhaus führt allerdings dazu, dass der Windenfahrer an kalten, stürmischen Tagen die Person mit den dicksten Jacken auf dem Flugplatz ist...
H4 - die "alte" Dame - bleibt das 2.Standbein
Herkules 4
Die Herkules 4 ist seit der Neugründung des Vereins im Jahre 1990 in unserem Besitz. Sie wurde 1985 gebaut und hat ihre ersten Jahre in Jena- Schöngleina verbracht. Nach nunmehr 20 Jahren Dienstzeit hat sie über 19000 Schlepps absolviert.
Angetrieben wird diese Winde, die im Gegensatz zu ihrer Vorgängerversion Herkules 3 nicht mehr selbstfahrend ist, durch einen Tatra - V8 - Dieselmotor mit 190 PS, der in den letzten 20 Jahren nur etwa 376 Stunden gelaufen ist. Der Dieselmotor macht die Herkules 4 sehr wirtschaftlich: der Kraftstoffverbrauch pro Schlepp beträgt nur knapp 0,3 Liter. Da in den Tank ca. 70 Liter reinpassen, kann man also auch größere Schleppzahlen an einem Tag problemlos bewältigen.
Die Herkules 4 bietet für den Windenfahrer einen überdurchschnittlich hohen Komfort. Durch das mit Schiebetüren abschließbare Führerhaus sitzt der Windenfahrer stets im Trockenen. Selbst bei kälteren und stürmischeren Wetterlagen kann sich der Windenfahrer dank der eingebauten Heizung über eine wohlige Wärme freuen und gehört somit an solchen Tagen zu den Personen, die am meisten beneidet werden.